20.07.2021 - 16:34 Uhr
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Meinung: Luftreiniger für Schulen: Kein Schnellschuss mit Luftschlössern

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Nicht alles, was gut klingt, ist auch gut durchdacht: Luftfilter für Schulen könnten die Virenlast verringern. Aber ein Schnellschuss mit teuren, ineffizienten Geräten bringt keinem was, kommentiert Jürgen Herda.

Kein Allheilmittel: Ein mobiler Luftfilter in einem Klassenraum an der Grundschule Neubiberg..
von Jürgen Herda Kontakt Profil
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In der Not greift man nach jedem Strohhalm. Und es klingt ja auch plausibel: Luftfilter, ob mobil oder stationär, machen den Viren den Garaus. Doch so einfach ist das wieder einmal nicht. Eine Studie zeigt: Der Teufel steckt im Detail. Nur sehr gute Geräte wirken überhaupt, sie müssen richtig positioniert sein, durch den Raum gehende Schüler beeinträchtigen die Wirkung - und zu allem Überfluss: Es sind bei weitem nicht genügend Geräte am Markt verfügbar.

Der Verdacht: Hier handelt es sich nicht um eine durchdachte Lösung, sondern um einen teuren Schnellschuss: Erst versprechen, dass Home-Schooling ein Ende hat, ein halbherziges Finanzierungsprogramm auflegen und dann die Verantwortung den Kommunen aufbürden. Das ist billig.

Wer anschafft, zahlt!

Wer anschafft, zahlt, lautet die erste Regel. Die zweite: Sorgt dafür, dass nur langfristig wirksame Geräte zum Einsatz kommen - also vorrangig stationäre Anlagen, die auch einen Luftaustausch ermöglichen und nach der Pandemie nicht nutzlos werden.

Aller guten Dinge sind drei: Sagt ehrlich, dass für das kommende Schuljahr wohl weiter maskiert gelüftet werden muss. Und mit den wenigen vorhandenen Geräte zunächst die Klassenzimmer bestückt werden, die sich partout nicht lüften lassen - dank luftleerer Planungen.

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Amberg
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