Bayreuth
19.10.2022 - 05:06 Uhr

Doppelmord von Mistelbach: Tochter und Freund vor Gericht

Ein Ehepaar wird erstochen, vier Kinder werden zu Waisen. Vor dem Landgericht Bayreuth beginnt nun der Prozess. Angeklagt sind der Freund der ältesten Tochter - und das Mädchen selbst.

Polizeiabsperrband ist vor dem Haus in Mistelbach angebracht, in dem in der Nacht 09.01.2022 zwei Menschen getötet wurden. Bild: Nicolas Armer/dpa
Polizeiabsperrband ist vor dem Haus in Mistelbach angebracht, in dem in der Nacht 09.01.2022 zwei Menschen getötet wurden.

Anfang des Jahres wurde in einem Dorf nahe Bayreuth ein Ehepaar erstochen - vor Gericht stehen nun der Freund der ältesten Tochter und die Tochter selbst. Der Prozess beginnt heute vor dem Landgericht Bayreuth. Das Interesse dürfte groß sein: Das 51 Jahre alte Opfer war ein in der Region bekannter Kinderarzt. Zusammen mit seiner 47 Jahre alten Frau und den vier Kindern lebte er in Mistelbach.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der damals 18-Jährige das Paar im Schlafzimmer des Hauses erstochen hat. Die zum Tatzeitpunkt 16 Jahre alte Tochter soll ihm „die ungehinderte Tatausführung ermöglicht und dadurch einen aktiven Beitrag zum Tötungsdelikt geleistet“ haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft im Februar mitgeteilt hatten.

Rolle der Tochter zunächst unklar

Gemeinsam sollen sie den Tatplan gefasst haben. Nach der Tat flüchteten sie demnach in das nahe Bayreuth und stellten sich der Polizei. Der Jugendliche kam gleich in Untersuchungshaft. Die Rolle der Tochter blieb zunächst unklar, erst einige Wochen später wurde auch gegen sie Haftbefehl erlassen.

Zu weiteren Details hüllen sich die Ermittler in Schweigen, weil die beiden deutschen Angeklagten so jung sind. Als Motiv nannten sie lediglich: Hass. Die spannende Frage bei dem Prozess dürfte deshalb sein: Woher rührte dieser Hass, der in einem Blutbad gipfelte?

Das Landgericht plant zunächst eine öffentliche Verhandlung. Doch bei entsprechenden Anträgen könnte die Jugendkammer auch anders entscheiden und die Öffentlichkeit ausschließen. 16 Prozesstage sind angesetzt, ein Urteil könnte am 16. Dezember verkündet werden.

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© dpa-infocom, dpa:221018-99-175784/4

 
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