Die Zahl der Streubombenopfer ist 2025 rasant gestiegen: Im Vergleich zum Vorjahr hat sie sich mehr als verdreifacht. Mindestens 1.063 Menschen wurden getötet oder verletzt, einer der höchsten Jahreswerte seit Beginn des Streubomben-Berichts 2010. Das berichtet die Streubombenkoalition, ein Verbund aus Nichtregierungsorganisationen. 87 Prozent der Opfer seien Zivilisten.
Besonders stark betroffen war erneut die Ukraine, gegen die Russland Krieg führt. Russische Streitkräfte setzen die international geächteten Waffen nach diesen Angaben dort ein. Mindestens 927 Menschen seien in der Ukraine verletzt oder getötet worden, zum vierten Mal in Folge mehr als in jedem anderen Land der Welt. Opfer gab es auch in Afghanistan,Kambodscha, Irak, Laos, Libanon, Myanmar, Syrien und Russland.
Hinweise: Neue Produktion in Russland
Streubomben bestehen teils aus Hunderten Minibomben und werden meist von Flugzeugen oder Raketenwerfern abgeschossen. Sie verteilen sich bei der Explosion in der Luft über große Flächen. Viele Sprengsätze landen als Blindgänger in Böden und töten oder verletzen Menschen noch Jahre später. Überlebende verlieren oft Gliedmaßen.
Nach Recherchen der Autoren gibt es Hinweise, dass in Russland neue Streumunition produziert wird. Zudem habe auch Nordkorea Streumunition an Russland geliefert, die in der Ukraine eingesetzt worden sei. Auch die Ukraine habe die Waffen in Russland eingesetzt, heißt es in dem Bericht.
Die Streubombenkoalition überwacht die Einhaltung des „Übereinkommens über das Verbot von Streumunition“ (Oslo-Konvention). 112 Länder haben es ratifiziert, darunter Deutschland. Das Abkommen umfasst ein kategorisches Verbot von Einsatz, Entwicklung, Herstellung, Lagerung und Transfer von Streumunition. Weder Russland noch die Ukraine haben das Übereinkommen ratifiziert.
© dpa-infocom, dpa:260908-930-652960/1













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