Berliner Umweltplaner und die Oberpfälzer Verkehrsrealität

Spritpreise rauf, Pendlerpauschale weg - das klingt nach mächtig Ärger. Und nach einem Blick fernab der Oberpfälzer Wirklichkeit, meint Frank Werner.

Ein Blick auf den Eingang zum Umweltbundesamt.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Das Umweltbundesamt hat in seinem Klimaschutz-Papier alle Zutaten beigemengt, die zu einem gewaltigen Proteststurm führen müssen: 70 Cent mehr für Diesel, 49 Cent für Benzin, Tempo 120 auf Autobahnen, Aus für die Pendlerpauschale, ein Ende der Subventionen für Dienstwagen. Vor allem in den ländlichen Regionen, in denen Mobilität ohne das eigene Auto völlig realitätsfern ist, ist der Aufschrei besonders laut: Ihr Umwelt-Rechenkünstler, tickt ihr noch richtig? Genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft müssen alle Bürger mitgenommen werden. Dass dieser Weg nicht völlig ohne Einschnitte gegangen werden kann, wird jeder verstehen. Aber die bittere Wahrheit liegt auf der Straße. Die ÖPNV-Realität in der Region spricht eine völlig andere Sprache als das Umweltbehörden-Deutsch. Bus und Bahn sind keine echten Alternativen für die Menschen zwischen Eslarn und Kastl, zwischen Bärnau und Niedermurach. Wer das nicht sieht, verklärt die Realität. Das Umweltbundesamt fordert, dass soziale Härtefälle ausgeglichen werden müssen. Eine Selbstverständlichkeit. Dabei geht es hier nicht in erster Linie ums Geld, sondern um echte mobile Alternativen. Man muss kein ADAC-Fan sein, um an der Umsetzbarkeit der Pläne zu zweifeln. Die sanfte Tour zu einer konsequenten Klimapolitik ist illusorisch, eine Haudrauf-Politik nicht vermittelbar. Und nun? Der Königsweg wird weiter gesucht.

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