Noch schnell eine überraschende Mitteilung ans Publikum. „Wir möchten Sie zu Beginn der Veranstaltung darüber informieren, dass das Fotografieren während des ganzen Konzertes erlaubt ist. Sie dürfen die Bilder auch auf Facebook oder Instagram ins Netz stellen.“ Richtig gehört. Endlich mal einer der aus der Reihe tanzt. Einer, der sich freimacht von diesem ganzen Copyright-Getue. Einer der erkannt hat, was Fans wollen: Ihre Erlebnisse konservieren oder mit Freunden teilen.
DJ Bobo hat aber auch allen Grund dazu, seinen „KaleidoLuna“-Gig im World Wide Net verbreiten zu lassen. Sowas wirkt und ist kostenlose Werbung für die Tour, die im April beginnt. Am Freitagabend feiert der Schweizer nach zehn stressigen Probentagen in der ausverkauften Arena im Europa-Park von Rust Weltpremiere. Und was für eine: Die Show ist ein bonbonfarbenes Kaleidoskop aus einer großartigen Mischung aus neuen Songs und großen Hits. Ein Popcircus im knallbunten Vergnügungspark-Ambiente.
Die Arena dröhnt. Der Sänger, der im wirklichen Leben René Peter Baumann heißt, schießt mit irrer Geschwindigkeit als Astronaut aus dem Weltall auf die beeindruckende Riesenbühne im Breisgau. Hier sorgt ein acht Meter hohes Raumschiff für staunende Gesichter. „Yaa, Yee“, „Superstar“. Die Stimmung wächst. Bald schon gibt es in der bestuhlten Halle kein Halten mehr. Alles steht.
Mütter heben ihre kleinen Kinder hoch. Auch sie sollen „ihn“ sehen. Den DJ aus dem Kanton Luzern. Dabei bräuchten die Kids ja nur ihre Hälse strecken und nach oben blicken, hinauf zur Nase des Raumschiffs, wo er steht und winkt. Die Antwort zu seinen Füßen folgt prompt: Ein wogendes Meer aus 5000 Armen. Schon „Amazing Life“ wird zur Klatschparade.
Man kann sie unaufgeregt angehen, man muss seine Musik nicht mögen: Aber das muss man ihm lassen: Sein Frohsinn reißt alle mit. Ein wirklich sympathischer Kerl, dem man die Lust an der Freud' abnimmt. Mit Hilfe von Video-Mapping verwandelt sich die Bühne im Laufe der zweistündigen Show immer wieder neu. Passend dazu die 80 unterschiedlichen Kostüme, für die Bobo und Gattin Nancy höchstpersönlich verantwortlich zeichnen.
„KaleidoLuna“ ist ein munterer Mix aus Design, Pop und Dancefloor. Der Titelsong eine intensive Ballade mit fliegenden Leucht-Drohnen-Verstärkern. „Wir wollten wieder neue Weg gehen und die Zuschauer mit der Bühne in andere Welten entführen“, erklärt der Sänger, der seit 27 Jahren erfolgreich im Haifischbecken der Branche schwimmt, nach der ersten von drei Premierenkonzerten. Auftaktveranstaltung für 22 weitere Hallen-Gigs ab April in ganz Deutschland. DJ Bobo spielte übrigens schon mal vor 127 000 Menschen im Prager Letna Park, 1996 als Support bei der Weltpremiere von Michael Jacksons „History-Tour“.
Gattin Nancy singt „La Vida Es.“ Dann zieht sich der Eidgenosse in seine Erinnerungen zurück, denkt an sein erstes Album: „Live Killers“ von Queen. Seine Inspiration. Es folgt ein Potpourri seiner ersten Flops, bis er dann endlich mit „Somebody Dance with me“ den Durchbruch gelandet hat. Weitere Rahmen für die begeisterte Reaktion des Publikums: „Keep on Dancing!“, „Take Control“, „Vampires are Alive“, „Chihuahua“: Jeder kennt sie. Beste Spiellaune. Viel Glitzer. Fulminante Tanzeinlagen. Jede Menge Feuer. Zwischen Bühne und Publikum wächst eine bombastische Verbindung. Alle haben ihren Spaß und tausende Kehlen singen mit. Frenetisch bejubelt wird die Zugabe: „Let’s have a Party“.
In die Nürnberger Arena kommt DJ Bobo am Sonntag, 5. Mai und am Freitag, 31. Mai, in die Münchner Olympiahalle.
Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0
























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