Boris' neuer Deal und die Hölle der notorischen No-Sager

Hooray, hooray it's a holi-, holiday: Boris Johnson stimmt nach seinem Verhandlungserfolg Boney M.s Hurra-Song an. Der Deal könnte genauso seicht und vergänglich sein wie Frank Farians Projekt.

Auch eine Brexit-Hölle: Ein Demonstrant im Hulk-Kostüm nimmt Bezug auf Johnsons Hulk-Vergleich.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Der Premier, der nicht verhandeln wollte, der Hardliner, der den harten Brexit forderte, der Trump-Fan, der das Parlament aussperrte und von diesem ausgebremst wurde. Plötzlich musste also die verrückte blonde Tolle Nummer 2 mit den Europäern verhandeln. Und man glaubt es nicht: Er kommt zu einem ähnlichen Ergebnis wie schon Vorgängerin Theresia May. Die hatte im Juni ihren Rücktritt bekanntgegeben, nachdem das von ihr ausgehandelte Austrittsabkommen im britischen Unterhaus dreimal durchgefallen war.

Natürlich muss der Vorsitzende der Tories die Einigung jetzt ganz im Stile seines Vorbilds in Washington in höchsten Tönen loben: "Wir haben einen großartigen neuen Deal", rühmt er sein Verhandlungsgeschick, "der uns die Kontrolle zurückgibt." Dazu freilich müsste Brexit-Boris erst einmal die Kontrolle über die Totalverweigerer in den eigenen Reihen und über die notorischen No-Sager von der ewiggestrigen nordirischen Ukip-Partei erlangen. Doch warum sollten die nun einknicken?

So läuft alles weiter nach dem Drehbuch "Und ewig grüßt der Brexitier": Die Opposition wird einen Teufel tun, dem Elite-Exzentriker einen Erfolg zu bescheren. Zumal EU-Ratspräsident Donald Tusk für Johnson und Co. bereits einen Platz in der Hölle reserviert hat. Dort können sie dann bis zum jüngsten Tag Luzifer und seinem Personal auf die Nerven gehen - mit ihrem Gezeter, doch endlich mit dem Fegefeuer aus der Hölle auszutreten, dem Fegxit.

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