Es ist ein Schreckgespenst, das seit Jahren in den Alpträumen der Demokraten geistert. Nun könnte die AfD reell stärkste politische Kraft in einem Bundesland werden, bei den anstehenden Wahlen in Brandenburg und Sachsen.
Noch mehr als sonst wird in Diskussionen die pauschalisierende "Klischeekeule Ost" geschwungen über pessimistische "Wendeverlierer" und "Abgehängte" mit latenter Fremdenfeindlichkeit. 30 Jahre nach dem Mauerfall mit einer wachsenden Nach-Wende-Generation an den Wahlurnen greift dies aber zu kurz, ebenso, die Nachbarländer in einen Topf zu werfen. Im ländlichen Brandenburg etwa spielen die (digitale) Infrastruktur, Verkehr und Bildung laut Umfragen eine größere Rolle als Klimaschutz und Migration. Sachsens Großstädte dagegen beschäftigt mehr die Innere Sicherheit und die Wirtschaftsentwicklung, die jedoch bundesweit nirgendwo optimistischer gesehen wird. Die größte wahlrelevante Gemeinsamkeit - der Vertrauensverlust in die regierenden Volksparteien - ist zudem kein spezifisch ostdeutsches Problem.
Eines vereint beide Bundesländer aber: Die Bewegung in der Wählergunst ist nicht nur dem Amtsbonus, sondern auch einem Umdenken in der Wahlkampfstrategie zuzuschreiben: Statt sich mit der AfD zu beschäftigen, forcierten die Landesväter Michael Kretschmer und Dietmar Woidke Sachthemen. Wenn die Wähler spüren, dass ihre Probleme gehört und angegangen werden, hat die AfD ihren Zenit überschritten.













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