Der Deutsche Bundestag ist ab sofort auch auf TikTok zu finden. In seinem ersten Kurzvideo auf der Social-Media-Plattform geht es um die Redezeit und den angemessenen Ton am Rednerpult. Auch ein kurzer Blick ins Archiv wird gewährt. Eine Mikrofon-Panne zeigt, dass auch unter der gläsernen Kuppel im Reichstagsgebäude nicht immer alles glattläuft.
Mit dem neuen Kanal möchte das Parlament seine Präsenz in den sozialen Medien ausweiten und insbesondere jüngere Menschen besser erreichen. „Demokratische Institutionen dürfen dort nicht fehlen, wo politische Meinungsbildung stattfindet“, sagt Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU). Gerade für junge Menschen sei die Plattform die primäre und oft auch einzige Informationsquelle. Diese Realität zu ignorieren, wäre fahrlässig, „bei aller berechtigten Kritik an TikTok, die ich teile“, erklärt Klöckner.
Nur ein Kanal von vielen
Im Mittelpunkt der TikTok-Präsenz des Bundestages sollen neben aktuellen Entwicklungen auch historische Bezüge und Erklär-Formate stehen. Auch Einblicke hinter die Kulissen soll es geben. Das Parlament ist bereits auf Instagram, YouTube, LinkedIn, WhatsApp, Mastodon, X und Bluesky jeweils mit einem eigenen Kanal präsent.
Umstrittener Algorithmus
TikTok gehört zu den meistgenutzten Social-Media-Plattformen der Welt. In Deutschland zählt die Plattform nach eigenen Angaben mehr als 27 Millionen monatliche Nutzer. Die App gehört dem chinesischen Konzern ByteDance. TikTok funktioniert als Kurzvideoplattform, auf der ein Algorithmus entscheidet, welche Inhalte den Nutzern angezeigt werden - nicht primär auf Basis von Abonnements, sondern anhand des individuellen Nutzerverhaltens wie Verweildauer, Likes und Kommentaren. Dieses Prinzip sorgt dafür, dass auch neue Accounts ohne Follower über Nacht millionenfach gesehen werden können. Die Skepsis gegenüber TikTok speist sich aus mehreren Quellen. Zum einen werfen deutsche Sicherheitsbehörden der Plattform vor, ein Instrument der Datenspionage zu sein. Zum anderen steht die Plattform wegen ihrer Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Menschen in der Kritik.
© dpa-infocom, dpa:261001-930-773628/1














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.