09.09.2020 - 15:38 Uhr
BurglengenfeldDeutschland & Welt

Prozess in Amberg: Lastwagenfahrer soll Kollegen erstochen haben

Knapp ein Jahr nach der Bluttat in Burglengenfeld beginnt ab 14. September der Prozess in Amberg. Ein 44-Jähriger soll Lastwagenfahrer soll einen Kollegen erstochen haben.

Ermittler untersuchen das Gelände in Burglengenfeld.
von Autor HOUProfil

Die Anklage lautet auf Mord. Diesen Vorwurf macht die Staatsanwaltschaft einem 44-Jährigen Lkw-Fahrer, der in dem Verdacht steht, am 23. Oktober letzten Jahres in Burglengenfeld (Kreis Schwandorf) einen 41-jährigen Berufskollegen mit einem Messer getötet zu haben.

Der Prozess gegen den kurz nach der Tat in U-Haft genommenen Beschuldigten beginnt am Montag, 14. September, vor dem Schwurgericht des Landgerichts Amberg, das unter dem Vorsitz von Richterin Roswitha Stöber tagt. An zunächst fünf Verhandlungsstagen wird sich zeigen müssen, ob das in langwierigen Nachforschungen zusammengetragene Ermittlungsergebnis der Anklagebehörde zutrifft.

Tatort war das am nordwestlichen Stadtrand von Burglengenfeld liegende Gelände einer Spedition. Dort trafen beide Männer am Abend des 23. Oktober 2019 gegen 22 Uhr aufeinander. Sie hatten ihre Schwerlastfahrzeuge dabei und gerieten offenbar in einen Streit. Er wurde nach Lage der Dinge im Lkw-Führerhaus des 44-Jährigen ausgetragen. Während der zunächst verbalen Auseinandersetzung soll der Mann plötzlich ein Messer gezogen und auf seinen Berufskollegen eingestochen haben.

Die Stiche verursachten mehrere Verletzungen am Körper des Opfers. Der 41-Jährige verließ nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft die Kabine, lief einige Meter weit und brach auf dem Speditionsgelände zusammen.

Kurze Zeit später soll ihm sein Peiniger gefolgt sein und auf den wehrlos am Boden liegenden Verletzten abermals eingestochen haben. Die dabei verursachten Verletzungen führten nach Überzeugung der Ermittler zum raschen Tod des Mannes.

Das Drama auf dem nachtdunklen Speditionsgelände ging weiter. Der mutmaßliche Täter schleppte den leblosen Mann zu einem in der Nähe befindlichen Laubhaufen, bedeckte den Körper mit Blättern und trat mit seinem Lkw die Flucht an. Die Fahrt dauerte allerdings nicht lange. Auf einer in der Nähe befindlichen Umgehungsstraße geriet der Silozug von der Fahrbahn und kippte um. Der am Steuer sitzende 44-Jährige musste danach bei einem Rettungseinsatz befreit werden und kam verletzt ins Krankenhaus. Zu dieser Zeit hatte die Polizei keinerlei Kenntnis von dem zuvor geschehenen mutmaßlichen Verbrechen. Denn erst Stunden später wurde der Tote unter dem Laubhaufen gefunden.

Offenbar spielte Alkohol eine Rolle. Einzelheiten dazu sollen im Verhandlungsverlauf genannt werden. Im gleichen Zusammenhang wird wohl auch geklärt werden müssen, worum es bei dem Streit zwischen beiden Männern ging. Das der Anklage zugrunde liegende Mordmotiv sieht die Staatsanwaltschaft in einer heimtückischen Vorgehensweise. Sie ist ferner der Auffassung, dass der mutmaßliche Täter auf den am Boden liegenden 44-Jährigen einstach, um die im Führerhaus seines Lkw vorangegangene Straftat zu verdecken.

Bluttat in Burglengenfeld

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