München
26.01.2021 - 19:28 Uhr

Casinos und Flughäfen gebeutelt

Geschlossene Casinos und Heilbäder, kaum Flugverkehr und abgesagte Messen - den Staatsbeteiligungen hat das Corona-Jahr 2020 stark zugesetzt. Die Folgen sind hohe Staatszuschüsse und ein Job-Abbau.

Finanzminister Albert Füracker (CSU) hatte am Montag keine guten Nachrichten. Archivbild: Lino Mirgeler
Finanzminister Albert Füracker (CSU) hatte am Montag keine guten Nachrichten.

Die Corona-Pandemie hat die meisten großen Unternehmensbeteiligungen des Freistaats tief in die roten Zahlen geführt. Ausnahme blieb lediglich die Bayerische Landesbank, die nach Angaben von Finanzminister Albert Füracker (CSU) "aktuell in einem sehr, sehr guten Zustand" ist. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 kam die Bank auf ein Ergebnis von 276 Millionen Euro. Dagegen brachen Umsätze und Ergebnisse bei den Flughäfen, Messen, Staatsbädern und Spielbanken ein.

Die Casinos in staatlicher Trägerschaft verzeichneten einen Besucherrückgang um 50 Prozent, der Bruttospielertrag sank um 34 Prozent auf 57 Millionen Euro. Die Verluste der Casinos konnten jedoch durch eine deutliches Plus bei den Lotto-Spielumsätzen innerhalb der staatlichen Lotterieverwaltung mehr als ausgeglichen werden, teilte Füracker dem Haushaltsausschuss des Landtags mit. Für die Staatsbäder, deren Einnahmen aus der Kurtaxe sich halbiert haben, muss der Freistaat mit sieben Millionen Euro in die Bresche springen.

Dramatisch waren die Auswirkungen der Krise für die Flughäfen in München und Nürnberg. Während der Airport in der Landeshauptstadt trotz eines Rückgangs bei den Fluggästen von 48 auf 11 Millionen seinen Finanzbedarf selbst decken konnte, ist der Flughafen Nürnberg auf Staatshilfe angewiesen. Nach einem Gesellschafterdarlehen in Höhe 20 Millionen Euro im vergangenen Jahr werden Freistaat und Stadt Nürnberg heuer insgesamt 50 Millionen Euro zuschießen müssen. Ziel sei es, den Flughafen als "bedeutenden Standort für Nordbayern" für die Zeit nach Corona zu stabilisieren, erklärte Füracker. Dennoch müssten hier wie in München Hunderte Jobs abgebaut werden. Dies soll sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, sicherte Füracker zu.

 
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