Mit bislang rund 4,5 Millionen Booster-Impfungen hat Bayern seinen Beitrag zum bundesweiten Ziel von 30 Millionen bis zum Jahresende fast vollständig geleistet. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einem Treffen mit dem Leiter des Corona-Krisenstabs im Bundeskanzleramt, Generalmajor Carsten Breuer, mit. Rechnerisch liegt der Anteil Bayerns bei 4,74 Millionen Booster-Impfungen. Das werde bis Jahresende erreicht, da die Impfzentren und auch viele Arztpraxen über und nach den Feiertagen für Impfungen geöffnet blieben, betonte Söder. Auch bei den Erstimpfungen gebe es in Bayern Zuwächse.
Nun soll die Impfkampagne im Januar mit Blick auf die hochansteckende Omikron-Mutante unvermindert fortgesetzt werden. Breuer sicherte zu, dass dafür genügend Impfstoff geliefert werde. Dazu werde auch die Verteil-Logistik und die Transparenz bei den Liefermengen verbessert. Breuer bestätigte, dass im Januar überwiegend Moderna-Impfstoff zur Verfügung stehe. Das Vakzin von Biontech werde prioritär an Personen unter 30 Jahren verabreicht, für die Moderna nicht empfohlen sei. Breuer rief die über 30-Jährigen auf, solidarisch mit den Jüngeren zu sein. "Es gibt keinen guten oder schlechten Impfstoff, es gibt nur verfügbaren Impfstoff", sagte er.
Söder begrüßte die Zusage, dass im neuen Jahr ausreichend Impfstoff geliefert werde. Es sei ihm aber auch ein "dringendes Anliegen", dass der neu von der europäischen Arzneimittelbehörde EMA zugelassene "Totimpfstoff" des US-Herstellers Novavax zügig und in ausreichenden Mengen in die Impfkampagne eingebaut werde. Mit diesem könne es gelingen, Impfskeptiker zu überzeugen, die eine Impfung mit den neuartigen mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna ablehnten. Breuer sagte, man müsse beim Impfen am Ball bleiben. "Nur das Boostern und das Erhöhen des Impfschutzes allgemein bieten eine Chance, die Omikron-Welle im Zaun zu halten", erklärte er.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sah in der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), den Booster bereits drei Monate nach der Zweitimpfung durchzuführen, eine Herausforderung für die Impfkampagne. Dies werde dazu führen, dass mehr Menschen früher zur Impfung kämen. Dies müsse bei der Impfstofflieferung berücksichtigt werden. Außerdem müsse der Blick wegen der Omikron-Mutante bereits auf die vierte Impfung gerichtet werden, sagte Holetschek. In Israel würden entsprechende Vorbereitungen bereits getroffen. Söder beurteilte die Empfehlung des deutschen Ethikrates für eine Impfpflicht positiv. Diese sollte jetzt so schnell wie möglich kommen, weil sie auch helfe, die Impfkampagne besser zu steuern. Söder forderte den Expertenrat der Bundesregierung auf, konkrete Vorschläge zur Umsetzung zu machen. Anschließend müsse die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorlegen.















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