22.11.2020 - 11:25 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Corona-Pandemie: Grüne Nachhilfe für Schulminister Piazolo

Die Grünen haben einen Plan für Schule in Zeiten von Corona vorgelegt. Sie verstehen ihn als Nachhilfe für den Kultusminister. Der will jetzt Schutzmasken an Lehrkräfte verteilen.

Lehrerin Meike Wiese steht im Unterricht in einem Geographie-Seminar in der Jahrgangsstufe elf am staatlichen Gymnasium Trudering.
von Jürgen UmlauftProfil

München. Die Grünen fordern für den Schulunterricht bis zu den Weihnachtsferien verlässliche Rahmenbedingungen. Dazu gehört für sie die sofortige Umstellung auf den Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht für alle Schüler ab der 7. Klasse. So könne Unterricht gesichert und gleichzeitig der Gesundheitsschutz gewährleistet werden, erklärte die Grünen-Bildungspolitikerin Anna Toman. Schüler bis zur 6. Klasse sowie alle in den Förderschulen sollten weiter komplett in der Schule unterrichtet werden, Berufsschüler dagegen nur im Distanzunterricht.

Für einen sicheren Schulbetrieb legten die Grünen einen Zehn-Punkte-Plan vor. Er beinhaltet unter anderem die Verteilung von FFP2-Masken an Lehrkräfte, die Fortdauer der Maskenpflicht auch im Unterricht mit der Möglichkeit zu "Maskenpausen" unter Wahrung der Mindestabstände sowie den Einsatz mobiler, mit Schnelltests ausgestatteten Corona-Testteams an den Schulen. Für den Schülertransport sollen nach dem Willen der Grünen noch mehr Verstärkerbusse eingesetzt werden. Aus pädagogischen Gründen sei eine Stoff- und Prüfungsreduzierung erforderlich, sagte Toman. Die Regularien für Abschlussprüfungen müssten möglichst rasch feststehen.

Nach Ansicht von Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze müssten die versprochenen Raumluftreiniger endlich in den Klassenzimmern ankommen. Sie regte eine zentrale Beschaffung und Verteilung der Geräte durch die Staatsregierung an, um die Kommunen zu entlasten. "Eine Pandemie lässt sich nicht mit Ministeriumsroutine bewältigen, genauso wenig mit dem Beharren auf Zuständigkeiten", betonte sie. Toman ergänzte, sie habe "entschiedene Zweifel an der Handlungsfähigkeit und Kompetenz des Kultusministers". Dieser habe bisher nur auf Corona reagiert, anstatt tragfähige Strukturen für die Schulen zu schaffen. Er wirke überfordert.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) verschickte parallel zur Pressekonferenz der Grünen eine Mitteilung, in dem er den geltenden Rahmenhygieneplan für die Schulen verteidigte. Dieser werde von den Schulen verantwortungsbewusst umgesetzt. "Die richtige Balance zwischen klaren Vorgaben und Flexibilität für örtliche Besonderheiten ist ganz zentral", erklärte er. Piazolo kündigte an, dass nun alle öffentlichen Schulen ein kostenloses Set an FFP2-Masken für Lehrkräfte erhielten. Den Kommunen sicherte er bei der Anschaffung von Raumluftreinigern den Höchstförderbetrag zu.

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