München
13.07.2021 - 16:20 Uhr

Corona: Söder stellt mehr Freiheiten für Geimpfte in Aussicht

Die Staatsregierung will mit neuen Angeboten und der Aussicht auf mehr Freiheiten von den Corona-Beschränkungen die Impfbereitschaft in Bayern wieder ankurbeln. Impfen sei keine Privatsache, mahnt Ministerpräsident Söder.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Florian Herrmann (CSU), Leiter der bayerischen Staatskanzlei, nehmen nach einer Kabinettssitzung an einer Pressekonferenz teil. Zu den Themen zählt unter anderem die aktuelle Lage in der Corona-Krise. Bild: Sven Hoppe
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Florian Herrmann (CSU), Leiter der bayerischen Staatskanzlei, nehmen nach einer Kabinettssitzung an einer Pressekonferenz teil. Zu den Themen zählt unter anderem die aktuelle Lage in der Corona-Krise.

In Bayern sind aktuell gut 41 Prozent der Erwachsenen vollständig gegen Corona geimpft. Gegen die abflauende Impfbereitschaft hat die Staatsregierung Maßnahmenbündel geschnürt. „Impfen ist der Weg zur Freiheit“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag. Es sei keine Privatsache, ob man sich selbst schützen wolle oder nicht, es gehe schließlich auch um den Schutz derer, die sich nicht impfen lassen könnten. Als Beispiel nannte Söder die rund 125.000 Schwangeren im Freistaat. „Impfen ist der Weg, alles andere ist schwer unvernünftig“, erklärte er. Eine Impfpflicht schloss Söder weiter aus. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sprach vom Impfen als „gesamtgesellschaftlicher Verantwortung“.

Für den Spätsommer stellte Söder allen vollständig Geimpften größere Freiheiten in Aussicht. Diese könnten greifen, wenn für alle über 16-Jährigen ein Impfangebot vorgelegen habe. Dann könnten für Geimpfte Clubs und die Nachtgastronomie öffnen und die noch geltenden Quarantäneregeln entfallen. Außerdem sprach sich Söder dafür aus, die kostenlosen Corona-Tests einzustellen. Wer sich trotz Angebot nicht habe impfen lassen, müsse für die Testkosten selbst aufkommen, um Zugang zu Veranstaltungen zu erhalten. Söder verwies auf Frankreich, wo die Ankündigung des Endes der kostenlosen Tests zu einem Anstieg der Impfnachfrage geführt habe. Geldprämien fürs Impfen lehnte Söder ab.

Um das Impfen zu erleichtern, sollen in den kommenden Wochen weitere Hürden abgebaut werden. In den Impfzentren soll das Vakzin dann auch ohne Anmeldung verabreicht werden können. Dort könnten auch „Drive-In-Impfungen“ sowie „Familiensonntage“ stattfinden, bei denen sich alle Familienmitglieder ab 12 Jahren impfen lassen könnten. Außerdem würden in Kooperation mit Sport- und Wirtschaftsverbänden sowie dem Bayerischen Jugendring niederschwellige Impfangebote eingerichtet, die von medizinisch geschultem Personal durchgeführt würden. Möglich werden soll das Impfen durch Sonderaktionen bei Sportveranstaltungen, in der Gastronomie und in Fast-Food-Restaurants sowie in Einkaufs- und Jugendzentren. Auch verkaufsoffene Sonntage und Markttage sollen in die Überlegungen einbezogen werden. Hauptzielgruppe seien die 16- bis 30-Jährigen, die bislang nur zu einem geringem Teil geimpft sei, sagte Söder.

Die aktuelle Corona-Lage in Bayern bezeichnete Söder als „noch gut“. Die Inzidenzwerte seien noch niedrig, man spüre aber seit einigen Tage eine „Trendumkehr“. Positiv sei, dass die Belastung in den Krankenhäusern weiter sehr gering sei. Durch die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Corona-Virus, auf die in Bayern nun schon 51 Prozent der Neuinfektionen zurückgingen, dürfe man in der Pandemiebekämpfung aber nicht nachlassen. „Das Wegfallen von Vorsicht wäre der grundfalsche Ansatz“, betonte Söder. Man müsse die noch niedrigen Zahlen nutzen, um mit der Impfkampagne voranzukommen.

Oberpfalz25.05.2022
Hintergrund:

Klare Regeln für Sportveranstaltungen

Volle Stadien wie bei den EM-Spielen in London wird es in Bayern auf absehbare Zeit nicht geben. Der Ministerrat vereinbarte für große Sportveranstaltungen mit mehr als 1500 Zuschauern klare Regeln, die aber nur bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 35 gültig sind. Demnach dürfen die Stadien zu 35 Prozent der Gesamtkapazität gefüllt werden, maximal aber mit 20.000 Zuschauern. Erlaubt sind nur Sitzplätze mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern. Unter freiem Himmel entfällt die FFP2-Maskenpflicht am Sitzplatz. Für den Eintritt braucht es personalisierte Tickets und einen negativen Corona-Test, von dem Genesene und vollständig Geimpfte ausgenommen sind. Alkoholische Getränke dürfen nicht verkauft werden, erkennbar angetrunkene Personen erhalten keinen Zutritt. Die Regeln im Amateursport bleiben unverändert. Dort beträgt die zulässige Höchstgrenze 1500 Besucher, wobei bis zu 200 Stehplätze erlaubt sind.

 
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