München
27.04.2022 - 15:31 Uhr

CSU und Freie Wähler wollen Wölfe zum Abschuss freigeben

Die Rückkehr des Wolfes nach Bayern beschäftigt weiterhin den bayerischen Landtag. Während Grüne und SPD für mehr Hilfen für Weidetierhalter werben, setzen CSU und Freie Wähler mehr auf Regulierung des Bestandes der geschützten Tierart.

Nur in Wildparks sind solche Bilder möglich. Der Wolf ist scheu. In der Oberpfalz wird er regelmäßig von Wildkameras fotografiert, die automatisch auslösen. Symbolbild: Lino Mirgeler/dpa
Nur in Wildparks sind solche Bilder möglich. Der Wolf ist scheu. In der Oberpfalz wird er regelmäßig von Wildkameras fotografiert, die automatisch auslösen.

CSU und Freie Wähler lehnen eine Ausweitung der staatlichen Hilfen zum Schutz vor Wolfsattacken auf Nutztierbestände ab und setzen stattdessen auf die Bestandsregulierung der großen Beutegreifer. Im Agrarausschuss des Landtags votierten die Regierungsfraktionen gegen Antragspakete von Grünen und SPD, in denen diese eine stärkere Förderung der Weidetierhalter zum Schutz vor Wolfsrissen gefordert hatten. "Wir müssen die Landwirte so ausstatten, dass sie mit Schutzmaßnahmen ihre Weidetierhaltung fortsetzen können", sagte Gisela Sengl (Grüne).

Konkret sprachen sich die Grünen für eine Ausweitung der staatlichen Herdenschutzförderung auf ganz Bayern aus. Derzeit gibt es die Unterstützung nur in Regionen, in denen Wolfsrudel nachgewiesen sind. Weidetiere müssten auch vorbeugend geschützt werden können, bevor es erste Übergriffe von Wölfen gegeben habe, erklärte Sengl. Zudem beantragten die Grünen die Förderung beim Unterhalt von Herdenschutzhunden und -zäunen, die Behirtung von Herden und die Bündelung von Herdenschutzberatung und Schadensermittlung bei den Landwirtschaftsämtern. Die SPD sah ergänzend unter anderem die Notwendigkeit für erweiterte Haftungsfreistellungen.

Alexander Flierl (CSU) betonte, die vorliegenden Anträge würden die Probleme nicht lösen. "Es kann keine Lösung sein, ganz Bayern einzuzäunen", sagte er. Behirtung sei zu aufwändig und personalintensiv und damit "realitätsfern". Statt an Symptomen "herumzudoktern", müsse der Schutzstatus des Wolfes überprüft und darauf aufbauend eine "aktives Bestandsmanagement" eingeführt werden. Dem widersprach Ruth Müller (SPD). Es sei mehr nötig, als Wölfe zum Abschuss freizugeben. Werde ein Wolf entnommen, bedeute das schließlich nicht, dass kein anderer nachkomme. Deshalb müsse auch verstärkt in Vorsorge- und Schutzmaßnahmen investiert werden.

OnetzPlus
Weiden in der Oberpfalz14.03.2022
 
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