Deutschland und die Welt
08.02.2023 - 20:55 Uhr

Sieben Monate altes Baby aus Trümmern in der Türkei gerettet

Türkische Feuerwehrleute haben in der Südprovinz Adiyaman ein sieben Monate altes Baby aus den Trümmern gerettet. Auch in anderen Orten gibt es kleine Wunder.

Soldaten untersuchen ein 20 Tage altes Baby, das 59 Stunden nach dem Erdbeben gerettet wurde. Das Baby steckte gemeinsam mit seiner Mutter in den Trümmern fest und wurde nach der Befreiung umgehend in die Ambulanz gebracht. Berichten zufolge soll es dem Kind gut gehen, wohingegen die Rettung der Mutter noch im Prozess sei. Bild: Ibrahim Oner
Soldaten untersuchen ein 20 Tage altes Baby, das 59 Stunden nach dem Erdbeben gerettet wurde. Das Baby steckte gemeinsam mit seiner Mutter in den Trümmern fest und wurde nach der Befreiung umgehend in die Ambulanz gebracht. Berichten zufolge soll es dem Kind gut gehen, wohingegen die Rettung der Mutter noch im Prozess sei.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, wurde das sieben Monate alte Baby am Mittwoch zwei Tage nach den Erdbeben in ein Krankenhaus gebracht.

Auch im südtürkischen Hatay befreiten Retter ein Baby 58 Stunden nach der Katastrophe. Die Helfer stiegen in eine Lücke zwischen den eingestürzten Hauswänden, wickelten das Baby in eine Decke und hoben es heraus, wie Aufnahmen der Nachrichtenagentur DHA zeigten.

In Kahramanmaras wurde ein einjähriges Kind mit seiner schwangeren Mutter nach 56 Stunden lebend unter den Trümmern hervorgeholt, wie DHA berichtete. Das Gesicht des Mädchens war weiß vor Staub. Der Vater war schon zuvor lebend gerettet worden.

Wunderbaby in Syrien

Im Norden Syriens ist nach Krankenhausangaben ein Baby in den Trümmern zur Welt gekommen und hat überlebt. Dem kleinen Mädchen gehe es gut, sagte der behandelnde Arzt Hani Maruf im Krankenhaus Afrin der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Das Heimatdorf der Familie nahe der türkischen Grenze wurde von den Erdbeben am Montag schwer getroffen. "Ihr Zustand ist stabil, aber sie hat einige Rippen gebrochen", sagte Maruf. In sozialen Medien wurde das Kind auch als "Wunderbaby" bezeichnet.

Dem Arzt zufolge kam die gesamte Familie des Mädchens bei der Katastrophe ums Leben - beide Eltern sowie vier Geschwister und eine Tante. Vermutet wird, dass die Mutter kurz nach der Geburt starb. Die Familie wurde den Angaben zufolge nahe eines Eingangs zu einem Gebäude gefunden worden.

Die Familie sei zuvor aus der Provinz Dair al-Saur im Osten geflüchtet. Ein Retter habe die Nabelschnur mit einem Messer durchtrennt, ehe er sie aus den Trümmern zog.

Ein Nachbar brachte das unterkühlte Baby zum Krankenhaus, ihre Gliedmaßen seien blau angelaufen und ihr Körper völlig mit Staub bedeckt gewesen. "Nur eine Stunde länger und es wäre gestorben", sagte Maruf. Die Mitarbeiter des Krankenhauses gaben dem Mädchen den Namen Aja.

Rennen gegen die Zeit

Die Bergungsarbeiten sind ein Rennen gegen die Zeit: Die kritische Überlebensgrenze für Verschüttete liegt normalerweise bei 72 Stunden. Temperaturen um den Gefrierpunkt machten den Überlebenden zusätzlich zu schaffen, viele haben kein Dach mehr über dem Kopf.

Mit einer Stärke von 7,7 bis 7,8 hatte das Beben am frühen Montagmorgen das Gebiet an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien erschüttert. Am Montagmittag folgte dann ein weiteres Beben der Stärke 7,5 in derselben Region. Tausende Gebäude stürzten ein.

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