24.07.2018 - 17:03 Uhr

Drei Milliarden Euro für Krankenhäuser

Die bayerische Staatsregierung will die Krankenhäuser stärken. Dazu hat das Kabinett ein Paket auf den Weg gebracht.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Gesundheitsministerin Melanie Huml nehmen nach einer auswärtigen Kabinettssitzung im Klinikum der Universität München am Campus Großhadern an einer Pressekonferenz teil. Themen der Sitzung waren Gesundheit und Pflege. Sven Hoppe/dpa
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Gesundheitsministerin Melanie Huml nehmen nach einer auswärtigen Kabinettssitzung im Klinikum der Universität München am Campus Großhadern an einer Pressekonferenz teil. Themen der Sitzung waren Gesundheit und Pflege.

Die Staatsregierung will den Erhalt der regionalen Krankenhausstruktur in Bayern in den kommenden fünf Jahren mit mehr als drei Milliarden Euro unterstützen. Schwerpunkt sind Investitionshilfen für den Krankenhausbau in Höhe von jährlich rund 600 Millionen Euro. Die Förderung erreiche damit ein "Rekordniveau", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml nach der Ministerratssitzung am Dienstag im Klinikum der Universität München am Campus Großhadern

Man lege besonderes Augenmerk auf die Versorgung der Patienten im ländlichen Raum. In der Oberpfalz wird im kommenden Jahr die Sanierung des Klinikums Neumarkt mit knapp 20 Millionen Euro neu in das Bauprogramm aufgenommen. Im Bereich der Spitzenmedizin soll das in Regensburg ansässige Forschungsinstitut für neue Immun- und Infektionskrankheiten aufgewertet und Teil der "Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz" werden.

Außerdem beschloss der Ministerrat die zusätzliche Unterstützung der Landkreise bei notwendigen Umstrukturierungen in den regionalen Krankenhäusern. Dies ist vielerorts aufgrund der demographischen Entwicklung erforderlich. In der Umstrukturierungsphase übernimmt der Freistaat nun bis zum Jahr 2021 die während der Maßnahmen auftretenden Betriebskostendefizite bis zu einer Höhe von maximal zwei Millionen Euro im Jahr. "Mit unserem neuen Strukturförderprogramm unterstützen wir gezielt kleinere Kliniken auf dem Land und helfen ihnen dabei, zukunftsfeste Strukturen zu entwickeln", sagte Huml. Man wolle eine qualitativ hochwertige und flächendeckende medizinische Versorgung für ganz Bayern sichern.

Mit Hilfe einer Landarztquote will die Staatsregierung die wohnortnahe ambulante Versorgung der Bürger im ländlichen Raum absichern. Dafür sollen bis zu fünf Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Studierende reserviert werden, die sich bereiterklären, nach mehrere Jahre als Hausarzt in einer ärztlich unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region zu arbeiten.

Interessenten, die sonst womöglich keinen Medizinstudienplatz erhalten hätten, können über die Landarztquote doch noch ihr Berufsziel erreichen, sagte Huml. Sie erhofft sich davon einen Anreiz, sich als Arzt auf dem Land niederzulassen. Ausgest.gebaut werden sollen zudem die Möglichkeiten der Telemedizin.

In einem weiteren Beschluss machte das Kabinett den Weg für den von Ministerpräsident Markus Söder versprochenen Hebammen-Bonus frei. Dieser Zuschuss in Höhe von 1000 Euro jährlich kann ab dem 1. September beantragt werden. Berechtigt sind alle Hebammen, die im Jahr 2017 freiberuflich in der Geburtshilfe in Bayern tätig waren und mindestens vier Geburten betreut haben. Ergänzend startete die Staatsregierung das "Zukunftsprogramm Geburtshilfe", mit dem Kommunen dabei unterstützt werden, die wohnortnahe Geburtshilfe zu erhalten.




 
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