21.12.2020 - 00:30 Uhr
EschenbachDeutschland & Welt

Der Ort, wo Geschichten entstehen

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

20 Quadratmeter groß ist das Arbeitszimmer des Krimi-Autors Raimund A. Mader- ein Reich der Inspiration. In anderen Räumen kann der Eschenbacher, der unter anderem ein Buch über den Weidener Nachtclub-König Walter Klankermeier geschrieben hat, nicht kreativ sein.

Rund 20 Quadratmeter groß ist das „Reich“ des Eschenbacher Krimi-Autors Raimund A. Mader. Auf dem Schreibtisch ist neben dem Laptop nicht recht viel mehr zu finden. In den Regalen steht jede Menge Inspirationsmaterial.
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Ich habe es auch schon auf der Terrasse und im Garten versucht. Aber das klappt nicht, da lasse ich mich zu sehr ablenken", bekennt der 68-jährige Studiendirektor a.D..

Fünf Romane sind es mittlerweile geworden. Den Auftakt machte "Glasberg" im Jahr 2008 und 2018 ist mit "Das Kafka-Experiment" der bisher letzte Krimi erschienen. Dazwischen griff Mader mit "Der König von Weiden" auch die Geschichte des Nachtclubkönigs Walter Klankermeier auf.

Nordische Krimis im Regal

Rund 20 Quadratmeter sind das "Reich" des Krimi-Schreibers. Auf dem Schreibtisch ist neben dem Laptop nicht recht viel mehr zu finden. Dafür steht in den Regalen eine Menge Inspirationsmaterial - Krimis unter anderem von Henning Mankell, Friedrich Dürrenmatt, Raymond Chandler und Åke Edwardson: Zum einen also nordisch geprägt, zum anderen auch etwas "old-fashioned" im positiven Sinne. Und neben den Krimis reihen sich Biografien über Bob Dylan, Bruce Springsteen und Leonard Cohen ein.

Die äußeren Umstände fürs Schreiben müssen stimmen, das wird im Gespräch mit Mader deutlich. "Ich schreibe am effektivsten, wenn ich unter Druck stehe", räumt er ein. Der nahende Termin der Manuskriptabgabe setzt nicht selten ungeahnte Kreativschübe frei. "Wenn ich viel Zeit habe, geht fast gar nichts", so der pensionierte Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch. Von 1998 bis 2017 hat er am Augustinus-Gymnasium in Weiden unterrichtet, zuvor war er 15 Jahre lang am Gymnasium in seiner Heimatstadt Eschenbach tätig.

Ein Autor, dessen letzter Roman vor zwei Jahren erschienen ist, hat doch bestimmt die nächste Geschichte im Köcher? "Ja, tatsächlich ist ein Roman in Planungen. Ein Manuskript mit 25 Seiten gibt es schon", verrät Mader. Ziel sei es, dass das Buch 2022 erscheint, dann - so wie die vorherigen - erneut im Gmeiner-Verlag, der sich auf Krimis spezialisiert hat. Viel lässt sich Mader zum Inhalt noch nicht entlocken, aber der Krimi soll sich um die Figur des Golem drehen und wird erneut in den Osten Europas führen. "Den Anfangs- und den Endpunkt habe ich schon, das Zwischendrin ist noch offen", so Mader.

Beim Thema Krimi ist der Eschenbacher allerdings nicht nur kreativ tätig, sondern auch administrativ. Hört sich etwas komisch an, trifft aber genau den Punkt: Seit 2017 ist Mader nämlich Geschäftsführer der Vereinigung "Syndikat", in dem inzwischen rund 750 Krimiautorinnen und Krimiautoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv sind.

Netzwerk "Syndikat"

"Die Mitglieder decken ein weites Spektrum ab: vom regionalen Krimi bis zum internationalen Thriller", so Mader. Mitglieder sind unter anderem klangvolle Namen der Krimiszene wie Friedrich Ani, Sebastian Fitzek, Ingrid Noll, Nicola Förg, Frank Schätzing und der aus Pressath stammende Horst Eckert. "Gegründet wurde das Autorennetzwerk 1986 mit dem Ziel, die deutschsprachige Kriminalliteratur zu fördern, Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben sowie für die Mitglieder ein Forum zum Austausch zu schaffen", erklärt Mader. Anfang 2018 wurde die Autorengruppe dann in einen Verein überführt.

Berühmt ist das alljährliche große Krimifestival "Criminale" mit 200 bis 300 Teilnehmern, das 2021 in Iserlohn stattfinden soll. An der Vorbereitung ist natürlich auch Mader als Geschäftsführer mit beteiligt. Bei diesem Festival wird zudem alljährlich der renommierte Glauser-Preis in verschiedenen Kategorien verliehen. Diese Tätigkeit in Kombination mit dem persönlichen großen Interesse an Krimis erlaubt Mader einen guten Überblick über das "Krimi-Geschehen" im deutschsprachigen Bereich: "Es gibt in der Tat eine große Masse an Krimis." In der Regel seien es die Verlage, die entscheiden, wer an vorderster Front beworben wird. "Ob das dann auch immer qualitativ das Beste ist, lasse ich jetzt mal offen", so Mader.

Weitere Informationen auf www.raimundmader.de und www.das-syndikat.com.

Lässt sich das Thema Krimi auch verwalten? Ja, es muss sogar: Seit 2017 ist Mader Geschäftsführer der Vereinigung "Syndikat" mit 750 deutschsprachigen Krimiautoren. Das alljährliche Highlight ist das Festival "Criminale".

Zu Tür Nr. 20

Neukirchen

Weitere Advents-Tür-Geschichten

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.