26.06.2020 - 19:08 Uhr
Deutschland & Welt

Fleisch wird teurer - und das ist gut so

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Der Skandal beim Großschlachtbetrieb Tönnies hat die Aufmerksamkeit wieder einmal auf die Fleischbranche gerichtet. Und die Politik? Setzt die falschen Prioritäten, wie immer bei diesem Thema. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Fleisch gehört in Deutschland auf den Teller, am besten täglich. Das war früher anders und könnte bald wieder so sein.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Es ist noch nicht so lange her, da kam höchstens einmal die Woche Fleisch auf den Tisch der deutschen Mittelschicht. Das wurde beim Metzger um die Ecke gekauft, und der holte seine Ware beim Schlachthof in der Nähe. Fleisch war früher noch etwas Wertvolles, und das merkte man auch am Preis. Trotzdem konnten sich die meisten Familien ihr Gulasch oder ihren Braten leisten - nur eben nicht so oft. Und heute? Wird das unter fragwürdigen Bedingungen produzierte Fleisch teils quer durch Europa gekarrt, landet dann in den Kühltheken von Discountern und wird zu Spottpreisen verramscht. Verbraucherschützer und auch viele Konsumenten sind sich einig: So kann es nicht weitergehen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner fängt bei der Suche nach politischen Hebeln allerdings an der falschen Seite an - bei den Billigpreisen. Die Preise aber sind ja nur das Endergebnis von dem, was in der Produktionskette vorher oft schiefläuft: Massentierhaltung ohne Rücksicht auf das Tierwohl, Billigarbeiter aus Osteuropa ohne Schutz vor Krankheiten und Ausbeutung. Dass Fleisch am Ende teurer wird, wenn der Gesetzgeber hier die Daumenschrauben anzieht, ist zu erwarten. Dann werden eben die Konsumenten ihr Verhalten ändern und weniger Fleisch kaufen. Besser wär's ja sowieso.

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