03.12.2021 - 19:13 Uhr
Deutschland & Welt

Fragen und Antworten zu Coronaregeln – Gilt 2G auch im Imbiss?

Neuer Tag, neue Fragen: Heute geht es unter anderem um die Entlassung aus der Quarantäne und Impfmöglichkeiten für Ausländer.

Maskenpflicht gilt auch im Imbiss. Die 2G-Regel besteht hier aber nur, wenn auch dort gegessen wird. Ihre Speisen mitnehmen dürfen also auch Ungeimpfte.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Aufgrund einer Erkrankung habe ich einen Antikörpertest machen lassen.

Ich habe gar keine Antikörper? Bin ich jetzt ungeimpft, reicht ein Booster oder muss ich mich komplett neu impfen lassen?

Rein rechtlich spielt die Zahl der Antikörper keine Rolle. Auch aus medizinischer Sicht sollte man die Situation mit seinem Arzt besprechen. Grundsätzlich gebe es Hinweise, dass ein niedriger Antikörperwert mit dem Risiko einer Zweitinfektion nach abgelaufener Infektion oder nach Impfung einhergeht, zitiert die „Apotheken Umschau“ Dr. Andreas Ambrosch, leitender Arzt des Zentrallabors beim Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg. Weil für die Abwehr des Virus nicht nur Antikörper, sondern unter anderem auch T-Zellen entscheidend sind, gebe die Antikörperzahl nur „einen vagen Eindruck“, ob das Immunsystem bereit ist zur Bekämpfung der Covid-Viren ist. Das RKI empfehle deshalb nicht, die Entscheidung über eine Auffrischungsimpfung von einem Antikörpertest abhängig zu machen.

Muss man man auch einen 2G-Nachweis vorweisen, wenn man in einem Imbiss Essen zum Mitnehmen bestellt, oder in einer Gaststätte bestelltes Essen abholt?

„Die Abgabe mitnahmefähiger Speisen und Getränken unterliegt derzeit nicht der 2G-Regelung“, teil ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministerium mit. Geregelt ist dies in Paragraf 11 der Fünfzehnten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Dort heißt es: „Die Abgabe und Lieferung von zur Mitnahme bestimmten Speisen und Getränken ist stets zulässig.“

Wer wegen Corona in Quarantäne muss, erhält strenge Vorgaben um die Quarantäne wieder zu verlassen: dazu zählen Symptomfreiheit und ein negativer Abstrich am 14. Quarantänetag. Bis man dann das offizielle Schreiben vom Gesundheitsamt erhält, dauert es derzeit mehrere Tage. Darf ich dennoch die Quarantäne verlassen, wenn ich die Bedingungen erfülle.

Wegen der vielen Fälle kann zum Beispiel das Gesundheitsamt Neustadt-Weiden derzeit die individuelle Entlassung aus der Quarantäne per Telefonanruf nicht mehr wie früher vornehmen, informiert Sprecherin Claudia Prößl. Aus diesem Grunde erfolgt die Entlassung aus der Quarantäne notgedrungen automatisch, „wenn die in unserem Anschreiben angegebenen Voraussetzungen erfüllt sind“. Dieser Ablauf sei auch so in dem Anschreiben erklärt. „Derzeit beobachten wir eine Beruhigung des Infektionsgeschehens“, erklärt Prößl weiter. Sobald es das Fallaufkommen zulässt, soll die Entlassung aus der Quarantäne zumindest bei Infektionsfällen wieder individuell erfolgen.

Wer wegen Corona in Quarantäne muss, aber keine Symptome hat, erhält vom Arzt keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Wer bezahlt dann die Tage, in denen man nicht zur Arbeit kann.

Nur, wer tatsächlich erkrankt ist, also Symptome aufweist, wird „krankgeschrieben“ und hat Anrecht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wer ohne Symptome in Quarantäne muss, gilt nicht als krank. „Hier zahlt der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt für die ersten sechs Wochen der Quarantäne weiter“ informiert die AOK. Für die Zahlungen kann der Arbeitgeber eine Erstattung beantragen. Kein Anrecht auf Entschädigung hat, „wer die Quarantäne unproblematisch hätte vermeiden können“, heißt es bei der AOK weiter. Dazu zählen auch Ungeimpfte.

Stimmt es das die Zulassung der verwendeten Covid-Impfstoffe im Dezember abläuft und kein Hersteller eine Verlängerung beantragt hat?

Das ist nicht richtig. Es stimmt, dass die Zulassung zunächst auf ein Jahr bis Ende 2021 befristet war. Wie aber das gemeinnützige Recherche-Netzwerk Correctiv aber meldete, hat die Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA die Zulassung für Moderna, Biontech/Pfizer und Astrazeneca bereits bis Ende 2022 verlängert. Der Impfstoff von Johnson&Johnson wurde erst später zugelassen. Die Verlängerung steht daher erst später an.

Unsere Schwiegertochter ist britische Staatsangehörige und wohnt mit unserem Sohn in Großbritannien. Über die Weihnachtstage wollen die beiden uns besuchen. Könnten sie sich hier boostern lassen?

Das wird zumindest für die Schwiegertochter schwierig. In der „Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 Personen“, heißt es, dass ein Anrecht auf Impfung hat wer seinen „Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik Deutschland“ hat. In einer Fußnote heißt es dazu ergänzend: „Deutsche Staatsangehörige mit Wohnsitz außerhalb der Bundesrepublik Deutschland können im Übrigen im Rahmen der Verfügbarkeit der vorhandenen Impfstoffe mit Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 versorgt werden.“ Wer also einen deutschen Pass hat, kann sich impfen lassen, wenn es gerade genug Impfstoff gibt. Eine Impfung von Ausländern, die nur zu Besuch sind, ist in der Verordnung aber nicht vorgesehen.

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