02.12.2021 - 18:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Antworten auf Corona-Fragen zu Boostern und Impfdurchbrüche

Gilt ein Impfdurchbruch als Booster-Impfung? Wann soll man in diesem Fall seine Impfung auffrischen? Welches Präparat wirkt bei der dritten Impfung am besten? Antworten auf neue Fragen von Leserinnen und Leser.

Ampullen mit den Impfstoffen der Hersteller Moderna (links) und Biontech: Wie wirksam sind die beiden gegen die Omikron-Variante?
von Julian Trager Kontakt Profil

Gilt ein Impfdurchbruch wie eine Booster-Impfung?

Darauf gibt das bayerische Gesundheitsministerium auf Anfrage keine genaue Antwort. Aus dem Schreiben einer Ministeriumssprecherin lässt sich jedoch herauslesen, dass ein Impfdurchbruch wie eine weitere Immunisierung gewertet wird.

Wann sollte man sich nach einem Impfdurchbruch boostern lassen?

Geimpfte – dabei ist die Anzahl der Dosen egal –, die sich nach der Impfung mit Corona infiziert haben, sollen im Abstand von sechs Monaten nach dieser Infektion ebenfalls eine Auffrischungsimpfung erhalten, schreibt das Ministerium. Sprich: Die Booster-Impfung soll dann ein halbes Jahr nach dem Impfdurchbruch sattfinden.

Wie sieht es bei Johnson & Johnson und einer zweiten Impfung aus?

Beim Präparat von Johnson & Johnson benötigt man für den vollständigen Impfschutz nur eine Dosis – allerdings läuft der Schutz wie bisher bei allen Corona-Impfungen aus. Weil auch die Impfzertifikate nach einer bestimmten Zeit auslaufen, verliert man seinen Impfstatus. Von der Ständigen Impfkommission (Stiko) wird eine Auffrischungsimpfung empfohlen – auch für Menschen, die Johnson & Johnson erhalten haben. Dabei wird Johnson & Johnson aber nicht mehr verwendet. "Unabhängig davon, welcher Impfstoff bei der Grundimmunisierung verwendet wurde, soll für die Auffrischungsimpfung ein mRNA-Impfstoff eingesetzt werden", heißt es aus dem Gesundheitsministerium.

Welcher Impfstoff ist am besten für die Booster-Impfung?

Darauf gibt es unterschiedliche Antworten. Die Stiko empfiehlt, unabhängig von verwendeten Impfstoffen bei Erst- und Zweitimpfung, für die Booster-Impfung einen mRNA-Impfstoff. Sprich: Biontech oder Moderna, wobei Moderna nur für Menschen über 30 verwendet werden soll. SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wirbt für Kreuzimpfungen. "Die Booster-Impfung muss jetzt Tempo gewinnen. Was wirkt am besten? Wechseln wirkt am besten! Moderna für Biontech-Geimpfte, Biontech für Moderna-Geimpfte, und Moderna für J&J-Geimpfte", schrieb er beim Kurznachrichtendienst Twitter.

Ist Moderna grundsätzlich schlechter als Biontech beim Boostern?

Nein, sagt der Weidener Impfzentrumsleiter Sebastian Seibert. „Studien zeigen, dass die Wirkung sowie der Aufbau von Moderna als Boosterung oder als Zweitimpfung mindestens gleich wirksam ist“, erklärte er Oberpfalz-Medien. Moderna sei keinesfalls wirkungsloser als Biontech.

Wirken beide auch gleich gut gegen die Omikron-Variante?

Das ist derzeit nicht so leicht zu sagen. Biontech-Chef Ugur Sahin erwartet, dass der bestehende Covid-19-Impfstoff auch bei der neuen Omikron-Variante vor schweren Krankheitsverläufen schützen kann. Moderna-Chef Stephane Bancel geht von einer geringeren Wirksamkeit der derzeitigen Impfstoffe gegen die neue Omikron-Variante aus. Der Schutz dürfte nicht auf demselben Niveau wie bei der Delta-Variante liegen, sagte Bancel. Er erwarte einen „erheblichen Rückgang“. Allerdings gibt es dazu noch zu wenig Daten. Biontech rechnet bis Ende nächster Woche mit Erkenntnissen, der US-Hersteller Moderna in zwei bis sechs Wochen.

Wie schnell kann neuer Impfstoff entwickelt werden?

Die mRNA-Impfstoffe können grundsätzlich gut an neue Varianten angepasst werden. Das braucht allerdings Zeit. „Die Entwicklung, Zulassung und Herstellung neuer Omikron-Impfstoffe wird mindestens noch drei Monate dauern“, sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, zu "RP Online". Es könne Monate dauern, bevor ein auf das Omikron-Virus abgestimmtes Vakzin ausgeliefert werden könnte, erklärte auch Moderna.

Stimmt es, dass manche Länder Kreuzimpfungen nicht anerkennen?

Ja. Nicht alle Länder erkennen Kreuzimpfungen – etwa Astrazeneca und Biontech – als vollständigen Covid-Schutz an. Aber: Alle in Deutschland zugelassenen Covid-19-Impfstoffe haben eine EU-Zulassung. Deswegen gilt jeder Deutsche 14 Tage nach der zweiten Impfung in der Europäischen Union als vollständig geimpft. Außerhalb der EU sieht das anders aus. Es gibt allerdings keine einheitliche Regelung und bei jedem Land müsse man sich einzeln darüber informieren. Die USA etwa akzeptieren ein gültiges digitales Covid-Zertifikat der EU, wie das US-Gesundheitsministerium auf ihrer Homepage mitteilt. In die USA darf man also auch mit Kreuzimpfung einreisen.

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