24.11.2021 - 21:10 Uhr
Deutschland & Welt

Die Gefahren der Schnäppchenjagd: Experten geben "Black Friday"-Tipps

Die aus den USA herüber geschwappte Schnäppchenjagd am "Black Friday" ist auch bei deutschen Kundinnen und Kunden beliebt. Aber es gibt Risiken und Vorschriften - der Verbraucherschutz, die Polizei und der Zoll geben Hinweise.

Wenn Sie online einkaufen, sollten Sie keinesfalls via Vorkasse bezahlen, rät die Verbraucherzentrale.
von Sebastian Böhm Kontakt Profil

Von "Black Friday" bis "Cyber Monday": Die aus den USA herüber geschwappte Schnäppchenjagd findet auch schon seit vielen Jahren in deutschen Online-Shops statt. Ab diesem Freitag ist es wieder so weit: Viele Branchen versprechen satte Preisrabatte. An diesen Tagen können Kundinnen und Kunden sicher viele Schnäppchen machen. Doch nicht jeder Rabatt ist so vielversprechend, wie er zunächst scheint. Und: Es gibt noch andere Risiken. Oberpfalz-Medien hat Tipps und offizielle Hinweise der Verbraucherzentrale, der Polizei und des Hauptzollamts Regensburg für Sie zusammengefasst.

Vermeiden Sie Vorkassen-Käufe:

Zahlen Sie vorzugsweise per Rechnung oder Lastschrift und lassen Sie sich nicht in einen gefährlichen Vorkassen-Kauf locken.

Polizei warnt vor falschen Angeboten:

Werden Sie hellhörig, wenn ein Produkt deutlich unter dem üblichen Marktpreis angeboten wird. Insbesondere auf Verkaufsplattformen werden häufig Unterhaltungselektronik aber auch Haushaltsgeräte zu auffällig niedrigen Preisen angeboten, die sich im Nachgang als Betrug entpuppen. Es ist laut Polizeiangaben festzustellen, dass die Produkte trotz Bezahlung häufig nicht versendet werden.

Die Suche nach einem Impressum lohnt sich:

Einen "Fakeshop" erkennen Sie laut Polizei beispielsweise am fehlenden Impressum oder einer auffälligen IBAN (ausländische IBAN oder IBAN von Onlinebanken). Darüber hinaus sollten Sie alleinige Zahlungsoptionen über Kanäle, bei denen der Käuferschutz entfällt, auf jeden Fall kritisch hinterfragen.

Vergleichen Sie Preise vor dem Kauf:

Auf der Suche nach dem günstigsten Preis empfehlen die Verbraucherzentralen außerdem, mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen. Erst wenn sich ein Sonderangebot mit Suchen in zwei Preissuchmaschinen nicht unterbieten lasse, liege die Chance hoch, dass sich der Kauf lohnt.

Nutzen Sie Ihr Widerrufsrecht:

Falls die Stornierung bei einem Händler nicht klappen sollte und das Produkt doch nicht so günstig war, wie gedacht, bleibt der Widerruf. Dieser ist laut Verbraucherschutz bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts gestattet. Allerdings kann es sein, dass dafür Rücksendekosten anfallen. Die jeweiligen Vorgaben eines Händlers sollten Sie laut Verbraucherzentrale vor dem Kauf auf jeden Fall nochmals einzeln prüfen.

Der Zoll kann ins Spiel kommen:

Wird das ersehnte Paket aus einem Nicht-EU-Land verschickt, ist der Zoll mit im Spiel, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Denn werden die Produkte bei einem Onlinehändler in einem Drittland bestellt, fallen möglicherweise bei der Einfuhr Zölle und Einfuhrumsatzsteuer an.

Für Sendungen aus einem Drittland gilt folgendes:

Bei einem Warenwert bis zu 150 Euro gilt die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe des regulären Steuersatzes von 19 Prozent beziehungsweise des ermäßigten Steuersatzes von 7 Prozent beispielsweise bei Büchern oder Lebensmitteln und gegebenenfalls werden laut Zoll auch Verbrauchsteuern erhoben.

Außerdem gilt es den Wegfall der bisherigen Freigrenze von 22 Euro zu beachten. Seit dem 1. Juli 2021 müssen nach Angaben des Hauptzollamts Regensburg für sämtliche Waren, die aus einem Drittland stammen, Einfuhrabgaben entrichtet werden. Nur Einfuhrabgaben von weniger als einem Euro würden nicht erhoben.

Liegt der Warenwert über 150 Euro fallen neben der Einfuhrumsatzsteuer auch der warenabhängige Zoll und gegebenenfalls die Verbrauchsteuern an. Ausnahmen gebe es aber für private Geschenksendungen. Diese sind laut Zoll bis zu einem Wert von 45 Euro zoll- und einfuhrumsatzsteuerfrei.

Wer regelt die Zoll-Formalitäten?

In der Regel erledigt der Beförderer (Post-, Kurier- oder Expressdienstleister) die Zollformalitäten bereits bei Ankunft der Sendung in den Paketzentren und tritt dabei auch für die fälligen Einfuhrabgaben in Vorleistung. Online-Besteller sollten hier laut Zoll aber beachten, dass die Beförderungsunternehmen grundsätzlich eine gesonderte Servicepauschale für die Anmeldung beim Zoll und Vorauszahlung der Einfuhrabgaben erheben. Informationen hierzu sollten in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Beförderers oder Verkäufers enthalten sein. Die Servicepauschale ist keine Einfuhrabgabe des Zolls.

Wenn notwendige Angaben für die Zollabwicklung fehlen oder unvollständig sind, wird die Postsendung grundsätzlich an das für den Empfänger zuständige Zollamt weitergeleitet. In diesen Fällen wird der Besteller per Benachrichtigungsschreiben der Post informiert und muss sich persönlich um die Zollabwicklung kümmern.

Vorsicht bei Tabak und Alkohol:

Post- und Kuriersendungen aus anderen Mitgliedstaaten der EU können im Regelfall ohne Zollformalitäten empfangen werden. Wer allerdings Alkohol oder Tabak aus einem anderen EU-Staat bestellt, muss laut Zoll unter Umständen Steuern entrichten. Darüber hinaus seien auch hier bestimmte Einfuhrverbote zu beachten.

Pro und Contra: Der Online-Einkauf am Black Friday

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