30.03.2020 - 15:41 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Gestrandet in Wladiwostock

Die Corona-Krise hat auch den Kulturbetrieb kalt erwischt. In einer Serie fragt die Kulturredaktion bei Künstlern aus der Region nach, wie sie mit der schwierigen Situation fertig werden. Diesmal: Florian Christl, Musiker, München:

Florian Christl, Jahrgang 1990, wuchs in Amberg auf. Mit sechs Jahren erhielt er ersten Klavierunterricht und begann 2013 seine Kompositionen live aufzuführen.Im Mai ist eine Tournee durch Deutschland und Russland geplant.
von Anke SchäferProfil

Eigentlich hat sich der in Amberg geborene und in München lebende Wohlfühl-Klassik-Star auf diesen Frühling gefreut: Nach zwei Jahren Arbeit ist sein neues Album „Episodes“ fertiggestellt, die erste Single „Leidenschaft“ ist seit wenigen Tagen auf den Streaming-Plattformen verfügbar. Seit seinem sensationellen Durchbruch 2018 ist der Pianist und Komponist zudem gefragter Gast auf internationalen Bühnen. So auch in Russland, wo er bereits zum zweiten Mal große Hallen füllte. Am Samstag hat sich Florian Christl vom östlichsten Rand Russlands gemeldet :

ONETZ: Herr Christl, wo erreiche ich Sie gerade?

Florian Christl: Ich sitze in meinem Hotelzimmer in Wladiwostok in Russland. Ich war hier auf Tour und warte auf meine Heimreise.

ONETZ: Und wie geht es Ihnen?

Grundsätzlich geht es mir gut. Ein Gefühl der Verunsicherung und des Unwohl-Seins begleitet uns, denke ich, alle in diesen Wochen.

ONETZ: Sie haben so lange der Premiere Ihrer neuen Single „Leidenschaft“ entgegengefiebert – wie sehr hat die aktuelle Krise die Freude darüber getrübt?

Die Vorfreude und den Stolz auf diesen für mich besonderen Tag konnte nichts trüben. Ich habe die vergangen 2 Jahre an dem neuen Album gearbeitet. Natürlich denkt man zu keinem Zeitpunkt daran, dass wir uns inmitten einer Pandemie befinden könnten, wenn das Album erscheint. Aber ich denke gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig die Ruhe zu bewahren. Musik kann uns dabei helfen unsere Gedanken auf etwas Positives zu lenken, den Kopf freizukriegen und uns zu entspannen.
Meine Hoffnung ist daher mit meiner Musik vielleicht einen kleinen Beitrag dazu leisten zu können, dieser Ausnahmesituation für einen kurzen Moment zu entfliehen.

ONETZ: Mittlerweile haben Sie auch das Music Video zu „Melancholie“ online gestellt, um Hoffnung, Ruhe und Trost zu spenden. Wie kommt das an?

Wie oben bereits erwähnt glaube ich, dass Musik in dieser schwierigen Zeit sehr wichtig ist. Das bestätigt sich auch im Feedback das ich zum Video von „Melancholie“ erhalte. Musik hilft uns besser mit der Situation umzugehen und uns besser zu fühlen.

ONETZ: Wird Corona auch Konsequenzen für die Präsentation des neuen Albums „Episodes“ haben?

Ich hoffe nicht. Bis Mai ist ja zum Glück noch ein bisschen Zeit, in der sich die Situation hoffentlich etwas beruhigt hat. Der Album-Veröffentlichung sollte trotz allem nichts im Wege stehen. Ich hoffe nur, dass die Release Tour Ende Mai auch wie geplant stattfinden kann. Daumen drücken!

ONETZ: Wie sieht es mit den wirtschaftlichen Einbußen aus? Was befürchten Sie da?

Das hängt ganz davon ab wie lange sich das hinziehen wird. Man kann nur hoffen, dass sich die Situation möglichst bald entspannen wird.

ONETZ: Und womit vertreiben Sie sich jetzt die Zeit in der erzwungenen Häuslichkeit?

Die meiste Zeit verbringe ich aktuell im Hotelzimmer und warte darauf meine Heimreise antreten zu können. Am liebsten würde ich mir die Zeit damit vertreiben Klavier zu spielen, nur leider gibt es hier kein Klavier! Ich höre viel Musik, komponiere, lese, arbeite.

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