17.09.2018 - 14:55 Uhr
Deutschland & Welt

Gesund im Mund

Nur ein gesundes Lächeln ist ein strahlendes Lächeln. Dazu gehören weiße, kraftvolle Zähne. Die Voraussetzung dafür ist wiederum ein intaktes Zahnfleisch. Es gibt den Zähnen einen sicheren Halt und schützt den Zahnhals und die Zahnwurzel vor Keimen und Infektionen.

von Gesund & VitalProfil

Im menschlichen Mund leben um die 700 verschiedene Mikroorganismen. Eine ausgeglichene Mundflora bekämpft Krankheitserreger und ist für erste Verdauungsprozesse zuständig. Allerdings können einige Bakterien unter bestimmten Voraussetzungen auch Entzündungen verursachen. Das passiert meistens dann, wenn die Plaque, ein Belag aus Speiseresten und Bakterien, nicht durch regelmäßiges Zähneputzen entfernt wird. Es bildet sich Zahnstein, das Zahnfleisch schwillt an, entzündet sich und zieht sich vom Zahn zurück. dort bilden sich sogenannte Taschen – die ideale Brutstätte für Bakterien. ohne eine Behandlung kann die Entzündung den Kieferknochen beschädigen, was wiederum zum Zahnverlust führt.

Ist es gesund, hat das Zahnfleisch eine zartrosa Farbe, haftet fest an den Zähnen und bedeckt den gesamten Kieferknochen. An seiner Oberfläche sind wellenartige Erhebungen zu spüren. Bei einer richtigen und vor allem sanften Zahnputztechnik darf das Zahnfleisch nicht bluten und bei Berührungen außerdem nicht schmerzen. darüber hinaus sollten keine Entzündungen erkennbar sein.

Risiko: Parodontitis

Zahnfleischentzündungen sind die größte Gefahr für das Zahnfleisch. unter dem Fachbegriff Parodontalerkrankung versteht der Mediziner schon die milde Stufe der Zahnfleischentzündung, die sogenannte Gingivitis. daraus kann sich allerdings eine chronische Parodontitis entwickeln. Sie gehört zu den zehn häufigsten Krankheiten – mindestens jeder zweite über 40 Jahre ist davon betroffen. Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung infolge einer bakteriellen Infektion.

Die Parodontitis greift nicht nur den Zahnschmelz an. Auch tiefer liegende Regionen des gesamten Zahnhalteapparates, das bedeutet Gewebe, Bänder und Knochen um die Zähne herum, sind betroffen. Zudem ist die chronische Parodontitis die Hauptursache für Zahnverlust bei Erwachsenen. Sind die Bakterien erst einmal in den Blutkreislauf und somit in den gesamten menschlichen Organismus gelangt, können sie weitere Krankheiten auslösen. Gelenkentzündungen, Herzerkrankungen, Diabetes oder Asthma gehören dazu. Bei Schwangeren kann eine unbemerkte Parodontitis zur Früh- oder sogar Fehlgeburt führen.

 

Info:

Tipps für gesundes Zahnfleisch

•     Ganz klar: Mindestens zwei Mal täglich Zähne putzen. Auch die Zahnzwischenräume sollten regelmäßig mit Zahnseide oder einer Zahnzwischenraumbürste (Interdentalbürste) gereinigt werden.
•     Wichtig ist es außerdem, dem Zahnfleischrand, also den Bereich, in dem Zahn und Zahnfleisch aufeinandertreffen, zu säubern und das Zahnfleisch zu massieren.
•     Die Zahnbürste sollte weiche Borsten in dichten reihen haben, einen geraden Bürstenhals und einen kleinen Bürstenkopf, damit auch die hintersten Backen- und weisheitszähne erreicht werden. Die Zahnpasta sollte antibakteriell sein und Zahnsteinbildung hemmen.
•     Eine professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt entfernt den bakteriellen Belag und Zahnstein und  beugt einer Neubildung vor.
•     Als Zahnkur sollte fluoridhaltige Mundspülung in regelmäßigen Abständen zum Einsatz kommen, aber nicht permanent.

•     Die halbjährliche Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt nicht vergessen. der Arzt kann Zahnfleischentzündungen frühzeitig erkennen und entsprechende Behandlungsmaßnahmen einleiten.
•     Da Zucker der perfekte Nährboden für Bakterien ist, sollten Süßigkeiten oder zuckerhaltige Getränke vermieden werden. Auch säurehaltige Getränke sind nur in Maßen zu genießen, da sie zur Erosion des Zahnschmelzes führen können.
•     Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist wichtig für einen gesunden Mundraum. Deshalb gehören Vitamine, Spurenelemente und Mineralien unbedingt auf den Ernährungsplan. Dazu zählen Vollkornprodukte, Salat und gemüse, Milchprodukte sowiemageres Fleisch und Fisch.
•     Um einem trockenen Mund vorzubeugen, ist es wichtig, viel zu trinken, das Essen und zwischendurch zuckerfreie Kaugummis gründlich zu kauen. Das regt die Speichelproduktion an. Der Speichel umspült und härtet die Zähne.

Entzündungen erkennen

Eine Zahnfleischentzündung kann über längere Zeit bestehen, ohne dass sie sich durch Beschwerden bemerkbar macht. Aus diesem Grund ist es wichtig, sein Zahnfleisch immer im Blick zu behalten und die halbjährigen Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrzunehmen. Eines der ersten Warnsignale für eine Entzündung im Mundraum ist Zahnfleischbluten. Eine verbesserte Mundhygiene sowie lauwarmer Salbei- und Kamillentee oder Myrrhe-Tinkturen können die Beschwerden lindern. Lässt das Zahnfleischbluten trotzdem innerhalb von drei oder vier tagen nicht nach, ist der Zahnarzt die nächste Anlaufstelle.

Auch Mundgeruch, empfindliche Zahnhälse bei warmen oder kalten Speisen und Wurzelkaries weisen auf eine mögliche Parodontitis hin. Darüber hinaus gibt die Farbe des Zahnfleisches Aufschluss über den Gesundheitszustand der Mundflora. Nicht nur rotes Zahnfleisch deutet auf eine Entzündung oder Infektion hin. Gelbliches, schwarzes, weißes oder graues Zahnfleisch können ebenfalls Anzeichen für verschiedene Entzündungen sein, die ein Arzt behandeln muss.

Neben einer schlechten Mundhygiene sind die falsche Ernährung und ein schwaches Immunsystem die häufigsten Ursachen für eine entzündliche Zahnfleischerkrankung. Vitamin- und kalziumhaltige Nahrungsmittel wirken sich positiv auf die Mundgesundheit aus. Fisch, Milchprodukte, Brokkoli oder Wirsing schützen beispielsweise den Zahnschmelz. Viel frisches Obst und Gemüse steigern den Vitaminhaushalt des Körpers und stärken das Immunsystem. Inzwischen ist zudem erwiesen, dass schwarzer Tee Bakterien, die Karies und Zahnbettentzündungen verursachen, abtötet. Rauchen dagegen verringert die Zahnfleischhaftung und schwächt das Immunsystem. Das Risiko, an einer Zahnfleischentzündung zu erkranken, ist bei Rauchern fünf Mal höher als bei Nichtrauchern. Auch Stress verändert die Mundflora und kann so zu einem ausschlaggebenden Faktor für Parodontalerkrankungen sein. Daher sind eine gute Mundhygiene, wenig Stress, starke Abwehrkräfte und eine gesunde Lebensweise in jeder Hinsicht unverzichtbar – für ein strahlendes Lächeln. (mip)

Für Sie empfohlen

 

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.