07.11.2019 - 17:22 Uhr
GrafenwöhrDeutschland & Welt

Wölfe aus Veldensteiner Forst drängen in die Oberpfalz

Wie geht es mit dem Wolf im Veldensteiner Forst weiter, nachdem sein Weibchen im September tot gefahren wurde? Der Rüde scheint kein Kind von Traurigkeit zu sein und wird nicht lange alleine bleiben. Zumindest sagt das Experte Hubert Anton.

Die Aufnahme einer Wildkamera zeigt die Wolfs-Welpen im Veldensteiner Forst aus dem ersten Wurf im Sommer 2018.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

(wpt) Nach dem Tod der Wölfin aus dem Veldensteiner Forst geht Experte Hubert Anton davon aus, dass der dortige Rüde bald ein neues Weibchen finden wird. Der Wolfsbeauftragte des Bundesforstbetriebs Grafenwöhr glaubt aber, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Rüde dem Wolf auf dem Truppenübungsplatz in Grafenwöhr, das Weibchen streitig machen wird. Er hält andere Optionen für wahrscheinlicher.

Veldensteiner in der Oberpfalz

Das Veldensteiner Rudel besteht derzeit aus acht Tieren und habe sich zuletzt in die Oberpfalz auf Teile des Übungsplatzes ausgebreitet, sagt Anton. Er gehe davon aus, dass die Veldensteiner Wölfe schon wegen der Rudelgröße ihr Revier in Zukunft noch weiter in das der Grafenwöhrer Wölfe ausweiten werden. Einen Kampf um die Fähe werde es aber nicht geben. "Die Tiere kennen sich, besuchen sich ab und zu und testen ihre Reviergrenzen aus", sagt Anton. Die Partnerin werde der Veldensteiner dem Grafenwöhrer Wolf aber nicht abspenstig machen.

Pegnitz

Zwei andere Szenarien

Für wahrscheinlicher hält der Wolfsexperte zwei andere Szenarien: Entweder der Veldensteiner Wolf findet in seinem Revier ein Weibchen, das durch Deutschland streift und sich zufällig dorthin verirrt. Oder er paart sich mit einer seiner Töchter. Dazu sagt Anton: "Unter Wölfen kann das durchaus vorkommen, auch wenn es nicht so häufig der Fall ist."

Es sei möglich, dass sich zwischen den Revieren Veldensteiner Forst und Grafenwöhr ein neues auftut, das von einem der Veldensteiner Jungwölfe kontrolliert wird. "Wenn einer zufällig auf einen Partner trifft, kann es sein, dass sich ein neues Revier zwischen die jetzigen Grenzen quetscht und sich ein neues Rudel bildet." Wie sich die Situation im Veldensteiner Rudel entwickeln wird, lässt sich Anton zufolge nicht vor Februar 202o sagen.

2018: Fünf statt nur vier Welpen

Die mittlerweile tote Wölfin und ihr Partner hatten laut Landesamt für Umwelt 2018 das erste Mal fünf Welpen bekommen. Bisher war man nur von vier Jungtieren ausgegangen. Anton zufolge sind drei dieser sogenannten Jährlinge noch im Rudel. Im September 2019 belegte ein Wildtierkamera-Bild, dass die Fähe auch in diesem Frühjahr erneut einen Wurf zur Welt gebracht hatte. Aktuelle wird davon ausgegangen, dass es diesmal vier Welpen waren.

Falsches Wolfsvideo in Vohenstrauß

Vohenstrauß

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