26.02.2020 - 11:34 Uhr
PassauDeutschland & Welt

Heiße Attacken beim Politischen Aschermittwoch

10.000 CSU-Mitglieder feiern den Aschermittwoch mit der bayerischen Politik-Prominenz in Passau. Alle warten nur auf Ministerpräsident Markus Söder. Den ersten langandauernden Jubel erhält ein anderer.

von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Der Defiliermarsch läuft in Dauerschleife, als die Moderatorinnen Dorothee Bär (Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt) und Angelika Niebler, Ministerpräsident Markus Söder ankündigen und dieser sich zusammen mit seiner Frau Karin und Generalsekretär Markus Blume den Weg durch die klatschende Menge bahnt.

Blume, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Raimund Keidinger, Landratskandidat für Passau-Land - jeder darf ein paar Minuten in der vollbesetzten Halle sprechen. Scheuer sing ein Loblied auf das sehr gut entwickelte Niederbayern, das Beispiel für Deutschland sein soll. Keidinger berichtet, dass er das erste mal beim Aschermittwoch der CSU in Passau nicht als Ordner hinter der Bühne, sondern darauf steht. Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europa-Parlament, spricht von der Enttäuschung nach der Europa-Wahl 2019. „Eine Niederlage ist erst dann eine Niederlage, wenn man dann nicht wieder aufsteht“. Weber sei wieder aufgestanden. Lauter Jubel. Das Publikum lässt ihn nicht weiterreden, steht auf, schwenkt Fähnchen und hält Schals hoch. Pfiffe. Weber wird gefeiert.

Nach einer Dreiviertelstunde ist Söder dran. Der fängt das Wettern gegen alle politischen Richtungen gleich an. Kurz stichelt er gegen SPD, AfD und FDP. Im Großteil seiner Rede beschäftigt er sich aber mit den Grünen. „Mit Überzeugung dagegen, aber keine Ahnung wofür, das ist das Motto der Grünen“, wettert der Ministerpräsident und erinnert an Katharina Schulzes Auftritt in Markus Lanz Talkshow. Ahnung von Lösungen, die funktionieren, habe dagegen die CSU.

Zusammenfassung des politischen Aschermittwochs der CSU in Passau

Passau

Der Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder reißt viele Themen an. Die Chinesen bauen ein Krankenhaus in fünf Tagen, in Bayern brauche man für einen Funkmast zwei Jahre, kritisiert er zum Beispiel. „Wir verschlafen die Zukunft, weil wir zu lange brauchen.“ Die Gründen würden in den Großstädten mehr Windenergie und besseres Internet fordern, auf dem Land seien sie die ersten, die dagegen demonstrieren. „Diese unendlichen Blockade muss aufhören.“

Immer wieder hat Söder Gags in seine Ansprache eingebaut. „Manche glauben, Bayern ist ein eigenes Land und ich widerspreche dem nicht“, gesteht er. Das Publikum findet‘s lustig. Besonders gut kommen bei ihm außerdem die Themen Landwirtschaft und Sicherheit an.

Söder vergleicht Rechtsradikale mit der RAF

Auch über den Anschlag in Hanau spricht Söder und vergleicht die heutigen Rechtsradikalen mit der RAF: „Ich finde, wir brauchen einen höheren Ermittlungsdruck auf diese rechtsradikale Szene.“ Er spricht sich deutlich gegen eine politische Zusammenarbeit mit der AfD aus - das Publikum klatscht - und gegen eine solche mit der Linken – lauter Jubel und Getrampel.

Söders Rede dauert eine Stunde fünf Minuten. Dafür erhält er vier Minuten Applaus. Es gibt ein Gruppenbild mit allen Beteiligten. Blume sagt noch, bevor zum Schluss die Bayern- und Deutschland-Hymne erklingen: „Das war ein politischer Aschermittwoch der Extraklasse.“

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