Update 30.03.2026 - 08:53 Uhr

Israels Armee bestraft Bataillon nach Gewalt gegen Reporter

CNN-Journalisten wollten im Westjordanland einen Bericht über Folgen eines Siedlerangriffs drehen. Israelische Soldaten hindern sie gewaltsam daran. Jetzt zieht die Armeeführung Konsequenzen.

Immer wieder kommt es zu Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz. (Archivbild) Bild: Maya Alleruzzo/AP/dpa
Immer wieder kommt es zu Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und ihren Besitz. (Archivbild)

Nach Gewalt israelischer Soldaten gegen Journalisten des US-Fernsehsenders CNN im besetzten Westjordanland hat die Armeeführung ein ganzes Reservebataillon vom Dienst suspendiert. Das Bataillon werde einem Prozess zur Stärkung seiner „fachlichen und ethischen Grundlagen“ unterzogen, teilte das Militär in der Nacht mit. 

Israels Armee hielt nach einer Untersuchung des Vorfalls fest, dass sie diesen bedaure und die Pressefreiheit respektiere. Der israelische Generalstabschef Ejal Zamir sprach nach Militärangaben von einem „schwerwiegenden ethischen und professionellen Versagen“.

Ein CNN-Team hatte die Folgen eines Angriffs israelischer Siedler und die Errichtung eines illegalen Außenpostens dokumentieren wollen, als es nach eigenen Angaben von israelischen Soldaten angegriffen und gewaltsam festgesetzt worden war. 

Schwere Vorwürfe gegen israelische Soldaten

CNN filmte den Vorfall. Korrespondent Jeremy Diamond hatte auf X geschrieben, die Soldaten hätten einen Fotografen angegriffen und sein Team festgehalten. Laut dem internationalen Presseverband Foreign Press Association (FPA) hatten sich die Journalisten deutlich ausgewiesen. Die Soldaten aber hätten wiederholt versucht, die Aufnahmen zu verhindern. Einer der israelischen Soldaten habe daraufhin einen CNN-Journalisten in den Würgegriff genommen, ihn zu Boden geworfen und seine Kamera beschädigt.

Der Verband sprach von einem direkten Angriff auf die Pressefreiheit. Die israelische Armeeführung leitete eine Untersuchung zu dem Vorfall ein. Die beispiellose Suspendierung eines ganzen Bataillons solle als Abschreckung unter den Soldaten dienen, schrieb das israelische Nachrichtenportal ynet. Die Soldaten des Bataillons seien „schockiert über die Kollektivstrafe“ gewesen. Eine solche Einheit umfasst in aller Regel mehrere Hundert Soldatinnen und Soldaten.

Israels Armee teilte weiterhin mit, dass der Vorwurf, einer der Soldaten habe Gewalt angewendet, von den zuständigen Behörden weiter untersucht werde.

Anstieg israelischer Siedlergewalt

Mit Beginn des Gaza-Kriegs vor zweieinhalb Jahren war es im Westjordanland zu einem erheblichen Anstieg von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und deren Besitz gekommen. Den israelischen Sicherheitskräften wird immer wieder vorgeworfen, sie gingen nicht entschlossen genug dagegen vor oder stellten sich sogar auf die Seite der aggressiven Siedler.

© dpa-infocom, dpa:260330-930-883364/2

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