Der Kampf gegen die Neonazis muss die Gesellschaft einen

Das Bundesinnenministerium hat die Neonazi-Gruppe "Combat 18" verboten. Ein kleiner Schritt im Kampf gegen den braunen Sumpf, aber bei weitem nicht genug, meint Frank Werner.

Sichergestellte Waffen und ein Schild der Neonazi-Gruppe "Combat 18».
von Frank Werner Kontakt Profil

Natürlich war das Verbot von "Combat 18" längst überfällig. Horst Seehofer hatte den Schritt schließlich bereits nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juni 2019 angekündigt. Es blieb der Nazi-Truppe also ausreichend Zeit, belastendes Beweismaterial zu verräumen. Der Schlag gegen die Rechtsradikalen hat eher symbolischen Wert. Gerade 20 Mitglieder zählt die Organisation, das Ende des militanten Vereins ist also ein Tropfen auf dem heißen Stein im Kampf gegen die Szene. Rund 12 000 Neonazis gelten in Deutschland als gewaltbereit, "Combat 18" als Speerspitze der Extremisten. Wer sich nach dem Codewort der Kampftruppe Adolf Hitler benennt, der muss schon besonders perfide gestrickt sein.Das Trockenlegen des braunes Sumpfes dauert viel zu lange. "Combat 18" sah sich als "bewaffneter Arm" des seit 20 Jahren verbotenen Netzwerks "Blood and Honour". Bekannt war auch, dass die Neonazis ihre Kader in Tschechien an Schusswaffen ausbildeten. Die Blutspur der rechten Szene hat spätestens nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober 2019 eine neue Dimension erreicht. Dem Bundesinnenminister blieb gar nichts anderes übrig, als zu handeln. Nun löscht ein Verbot noch lange nicht die Gesinnung aus. Aber es gehört zu den Mosaiksteinen im Kampf gegen die rechten Umtriebe. Weitere und vor allem schnellere Schritte müssen folgen. Eine intensivere Überwachung der gesamten Szene, die Enttarnung von Netzwerken.Hass und Hetze im Netz, Mord- und Gewaltandrohungen sind immer noch an der Tagesordnung. Der Kampf gegen das braune Gift muss Gesellschaft und Parteien einen. An einem Tag, an dem die ganze Welt der Gräueltaten der Nazis gedenkt, ist das umso mehr Pflicht.

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