14.09.2018 - 17:55 Uhr
KemnathDeutschland & Welt

Siemens Kemnath: Standortleiter Koch zieht sich zurück

Alfred Koch war der Garant des Siemens Standorts in Kemnath. Nun hat der Manager vergleichsweise kurzfristig seinen Rückzug angekündigt. Die Hintergründe für diese Entscheidung sind nicht so offensichtlich, wie es seine Verdienste sind.

Alfred Koch
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Ein Paukenschlag: Der Leiter des Siemens-Healthineers Standort Kemnath zieht sich zurück. "Alfred Koch hat sich nach über 40-jähriger Betriebszugehörigkeit dazu entschieden, den Staffelstab zu übergeben", heißt es in einer Erklärung des Unternehmens. Am Freitag wurde die Belegschaft über die Entscheidung des 59-Jährigen informiert. Ein neuer Standortleiter stehe bereits fest und werde zeitnah vorgestellt, heißt es in der Erklärung weiter. "Alfred Koch freut sich, dass es gelungen ist, einen Nachfolger zu gewinnen, der ebenfalls aus der Region stammt und viel Erfahrung mitbringt." Der neue Leiter sei bereits vor einigen Jahren am Standort Kemnath tätig gewesen.

Koch übernahm im Mai 2011 die Verantwortung in Kemnath, nachdem er zuvor verschiedene Leitungsaufgaben in der Gesundheitssparte des Siemens-Konzerns inne hatte. Er ist der erste Standortleiter mit Wurzeln im Kemnather Land. Schon bei der Amtsübernahme machte er keinen Hehl daraus, dass er sich neben dem Unternehmen auch seiner Heimatstadt verpflichtet fühle.

Koch war verantwortlich für die Entwicklung des Standorts bei den Themen Digitalisierung und Industrie 4.0. "Mit Alfred Koch haben wir einen unserer besten und erfahrensten Manager an die Spitze des Kemnather Standortes gebracht, worüber wir uns sehr freuen", unterstrich Roland Köppel, Leiter der Business Unit "Components and Vacuum" aus Erlangen. Auch beim Aufstieg des Standorts zum Technologiecenter für Mechatronik wirkte Koch entscheidend mit. Dies sichert die Position Kemnaths innerhalb der Healthineers-Firmenstruktur.

Koch forderte immer wieder, die Region müsse die Herausforderungen der Digitalisierung annehmen. Zuletzt setzte er sich für die Senkung der Gewerbesteuer in Kemnath ein. Seit der Stadtrat den bayernweit niedrigsten Hebesatz beschlossen hat, gab es bereits verschiedene Neuansiedlungen, auch Siemens verlegte den Sitz mehrerer Unternehmen nach Kemnath. Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt sind trotz der Senkung zuletzt deutlich gestiegen. Keine Informationen gibt es zu dem Gründen für Kochs überraschenden Rückzug. Er selbst wollte sich auf Nachfrage nicht äußern.

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