30.06.2021 - 18:51 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Abzug vom Hindukusch: Viele Soldaten tragen die Narben des Afghanistan-Einsatzes

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Für Politik und Gesellschaft war der Einsatz in Afghanistan immer weit weg. Nicht so für die Soldaten. Bei ihnen hat sich die Zeit am Hindukusch tief eingegraben. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Das Handout der Bundeswehr zeigt den letzten A400M, der vom Feldlager in Masar-i-Scharif Richtung Deutschland fliegt.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Wenige Tage vor dem avisierten Ende des Nato-Einsatzes in Afghanistan haben die letzten deutschen Soldatinnen und Soldaten das Land verlassen. Dass der letzte Abflug aus Masar-i-Sharif unmittelbar bevorsteht, war klar seit der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, bei seinem letztem Besuch im Feldlager "Camp Marmal" am 18. Juni per Twitter verkündete hatte, dass das Lager leer sei.

Damit haben die Deutschen ihren Teil dazu beigetragen, dass US-Präsident Joe Biden am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, das Ende des "Ewigen Kriegs" verkünden kann. Dieser begann als Antwort auf die Terroranschläge der islamistischen Al Kaida auf die Vereinigten Staaten vom 11. September 2001.

Die Nato und mit ihr Deutschland hat sich von Beginn an am "Krieg gegen den Terror" beteiligt. Spezialkräfte der Bundeswehr, das Kommando Spezialkräfte, waren von den ersten Tagen an der Jagd auf Osama bin Laden und seine Gefolgsleute beteiligt.

Nun, nach knapp 20 Jahren, ist der Einsatz am Hindukusch für die ganze Bundeswehr zu Ende. Es bleibt eine bittere Bilanz: Deutsche Soldatinnen und Soldaten haben in Afghanistan viel Tränen und viel Blut vergossen. Etliche haben alles gegeben, ihr Leben. Umschrieben wird diese Wirklichkeit des Einsatzes oft mit einer verharmlosenden Formulierung: Afghanistan sei der Einsatz, in dem die Bundeswehr kämpfen lernen musste.

Viele Soldatinnen und Soldaten tragen sichtbare und unsichtbare Narben von ihrem Einsatz am Hindukusch. Politik und Gesellschaft sollten sie nicht vergessen, so wie über Jahre hinweg den Einsatz in Afghanistan.

Das Ende des Einsatzes naht

Kümmersbruck
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