10.06.2021 - 17:40 Uhr
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Kommentar zur Antwort des Papstes: Marx muss die Suppe mit auslöffeln

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Papst Franziskus hat den Rücktritt von Kardinal Reinhard Marx abgelehnt. Die Botschaft ist klar. Der Erzbischof muss nun beweisen, dass er für das einsteht, was er gesagt hat. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Am 4. Juni 2021 erklärte Kardinal Reinhard Marx seinen Rücktritt. Jetzt hat ihm der Papst geantwortet.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Kardinal Reinhard Marx muss bleiben. Papst Franziskus erwartet, dass der Erzbischof von München und Freising die Suppe, die der 67-Jährige wie andere der katholischen Kirche mit eingebrockt hat, auch auslöffelt. Außer Marx gibt es viele, die es versäumt haben, Verantwortung zu übernehmen. Bereits nach der Veröffentlichung der MHG-Studie im Herbst 2018 hätten alle deutschen Bischöfe, Weihbischöfe und Generalvikare abtreten müssen. Ein entsprechendes Beispiel hatten die chilenischen Bischöfe gegeben, als sie im Mai 2018 wegen ihres Umgangs mit Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern dem Papst den Rücktritt angeboten hatten.

Die Kirche ist in der Tat an einem toten Punkt, wie Marx Pater Alfred Delp zitiert. Der Jesuit schrieb kurz vor seiner Hinrichtung 1940: "Wir haben durch unsere Existenz den Menschen das Vertrauen zu uns genommen." Worte, die erschreckend aktuell klingen. Delp weiter: "Wir sind trotz aller Richtigkeit und Rechtgläubigkeit an einem toten Punkt." Aber was ist mit dem Christentum, wenn nur diejenigen bleiben, die sich für Rechtgläubige halten? Kardinal Marx muss diese Frage jetzt beantworten.

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