26.05.2021 - 18:20 Uhr
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Kommentar zu Belarus: Lukaschenko gräbt sich sein politisches Grab

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Die Europäische Union hat nach der erzwungenen Landung eines europäischen Passagierflugzeugs Sanktionen gegen Minsk verhängt. Nun antwortet Lukaschenko mit Drohungen. Dabei ist er längst Putins Pudel. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko war über viele Jahre darauf bedacht gewesen, bei aller Freundschaft den nötigen Abstand zur Führung in Moskau zu halten, um nicht die Unabhängigkeit seines Landes zu riskieren. Damit ist es vorbei.

Der 66-jährige Machthaber des hochverschuldeten Belarus ist auf das Wohlwollen des Kreml angewiesen. Er muss nun zum wiederholten Male auf Betteltour nach Russland gehen, um zu überleben. Noch ist Lukaschenko für den russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Schachfigur für dessen Züge gegen den Westen. Unabhängig davon, ob der Kreml vorab informiert war oder gar darin verwickelt ist: Der belarussischen Akt der Luftpiraterie ist ganz nach dem Geschmack Putins. Er gleicht jenen Grenzüberschreitungen, mit denen der russische Präsident selbst versucht, international seinen Einfluss zu stärken und für Unruhe zu sorgen.

Für den Westen, allen voran für die Europäische Union, gilt: Sie darf das Lukaschenko nicht durchgehen lassen. Andernfalls kommt bald ein anderer autoritärer Herrscher auf den Gedanken, europäische Flugzeuge mit Waffengewalt zur Landung zu zwingen, wenn ein Passagier an Bord ist, dessen er gerne habhaft werden würde. Für Lukaschenko gilt: Er hat sich sein politisches Grab geschaufelt. Wenn er Glück hat, bleibt er Putins Pudel.

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