04.03.2021 - 17:06 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Corona-Pandemie: Deutschland hat keine Strategie

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Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin verlieren sich oft bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie im Klein-Klein. Zur Entwicklung einer Strategie fehlt es dann an der rechtzeitigen Vorbereitung. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU, links), spricht im Plenum des Landtages mit seinem Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU).
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie versucht Deutschland nach vier Monaten teils strenger Beschränkungen eine Strategieänderung. Statt Lockdown soll jetzt ein Stufenplan verhindern, dass die anrollende dritte Welle die Menschen hierzulande verschlingt. Doch das, was von Bund und Ländern beschlossen wurde, hört sich weniger nach Plan und mehr nach Hoffnung an. Nach der Hoffnung, es wird schon nicht so schlimm kommen.

Kein Zweifel, nach einem Jahr Pandemie und vier Monaten im zweiten Lockdown liegen die Nerven blank. Nicht wenige sind finanziell am Ende. Der Wunsch nach Lockerungen, ist groß. Dem geben Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten jetzt nach. Das wäre gar nicht so schwer und bedrohlich, wenn Bund und Länder vorbereitet wären. Sind sie aber nicht. Und das nicht zum ersten Mal.

Ende Februar, sollte bundesweit in allen Gesundheitsämtern die Software Sormas zum Pandemie-Management laufen. Das ist aber bis heute nicht der Fall. Bayern hat es zwei Tage vor Fristende geschafft, weite Teile Sachsens sind noch immer weiße Flecken, um nur zwei Länder zu nennen.

Alle sind sich einig, dass es eine Katastrophe ist, dass Kinder und Jugendliche so viel Unterricht verpassen und Ihnen Entwicklungs- und Zukunftschancen genommen werden. Warum sind dann gut ein Jahr nach Ausrufung der Pandemie noch immer nicht alle Klassenräume mit ordentlichen Lüftungsanlagen ausgestattet? Warum gibt es nicht längst überall ausreichend CO2-Messgeräte?

Schon vergangenes Jahr haben Wissenschaftler in den USA vorgerechnet wie sich durch ein kluges Konzept mit Schnelltests, die Pandemie genauso eindämmen lässt wie durch einen Lockdown. Wichtig ist, das Konzept zu haben, bevor geöffnet wird - und dazu braucht es mehr als einen solchen Test pro Person in der Woche. Das Ziel ist es, ansteckende Menschen zu entdecken, die von ihrer Corona-Infektion nichts wissen, um so frühzeitig Infektionsketten zu brechen.

Verhindert werden Ansteckungen aber nicht. Das ist auch nicht mehr das Ziel, wie der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet deutlich macht. Dem CDU-Vorsitzenden geht es um einen Perspektivwechsel: "Wir werden lernen müssen, mit dem Virus zu leben". Ein anderer Ausdruck für Durchseuchung und eine Abkehr von den bisherigen Zielsetzungen. Wer nicht rechtzeitig geimpft ist, wird früher oder später mit Corona infiziert werden. Krankenhäuser werden vermehrt jüngere Patienten sehen.

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