01.06.2021 - 17:58 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Grundeinkommen: Der Traum von der großen Sozialreform

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Jeden Monat 1200 Euro umsonst. Ein Pilotprojekt beflügelt nun die Träume. Der Teufel steckt aber im Detail. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Bedingungsloses Grundeinkommen Michael Bohmeyer, Initiator des Vereins "Mein Grundeinkommen", steht an einem symbolischen Geldautomaten, im Hintergrund das Reichstagsgebäude. Nach einem langen Auswahlverfahren bekommen 122 Menschen in Deutschland ab jetzt für drei Jahre ein monatliches bedingungsloses Grundeinkommen von 1200 Euro.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens geistert seit Jahren durch sozialpolitische Debatten - und für manche ist es die Lösung aller Probleme. Zunächst scheint es sich auch verlockend anzuhören: jeden Monat 1200 Euro für umsonst, so wie im jetzt gestarteten Pilotprojekt. Endlich Zeit, das zu tun, was einem schon seit langem wichtig wäre, eine Ausbildung draufsatteln oder Umschulen. Gerne auch eine Weltreise machen oder einfach abhängen - vor allem aber von den leidigen Bittgängen aufs Amt befreit sein, wenn es nicht mehr möglich ist, selbst den Lebensunterhalt zu verdienen. Mit dem Grundeinkommen verbinden sich viele Utopien.

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Was für jemanden, der auf dem Dorf lebt, klappen könnte, ist in einem Ballungsgebiet wie München unmöglich. Hier scheitert es allein an den Mieten. Sofort beginnt die Gerechtigkeitsdebatte, und der Ruf nach Differenzierung folgt. Diese aber bietet das gegenwärtige System, nicht das Grundeinkommen.

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