02.07.2020 - 18:44 Uhr
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Kommentar: Wenn die Maske fällt

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Der Streit um die Maskenpflicht im Landtag eskaliert. Die AfD dürfte sich dabei ins Fäustchen lachen, meint Frank Werner.

Ilse Aigner (CSU), Präsidentin bayerischer Landtag, trägt im Landtag einen Mundschutz mit der Aufschrift «Demokratie - Mit Abstand das Beste».
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Maske gehört längst zum Alltag. Ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs zu sein - ein Nogo. Zumindest in der Tasche hat das Accessoire seinen Stammplatz. Und die Maske ist in vielerlei Hinsicht ein Statement. Modisch, um zu zeigen, was auf kleiner Fläche stilmäßig alles möglich ist. Nicht ganz zu vergessen - als Virenschutz. Und sie taugt auch bestens als politische Botschaft, wie jetzt im bayerischen Landtag zu beobachten ist. Der AfD ist die Maskenpflicht ohnehin ein Dorn im Auge. Die Rechtspopulisten lieben die Provokation. Nicht wirklich überraschend, dass sie sich im Maximilianeum zumeist unbedeckt zeigen. Sie fühlen sich als Outlaws unter den Abgeordneten, als Rächer der Freiheit. Solidarität mit den Kollegen - von wegen. Doch in den Wochen der schrittweisen Lockerungen durch die Staatsregierung ist es schwer nachvollziehbar, warum Ilse Aigner an der AfD ausgerechnet jetzt ein Exempel statuiert. Die Opferrolle gefällt Karin Ebner-Steiner und Co. nämlich am besten. Die 150 Euro Bußgeld wird sie mit ihren Kollegen für einen PR-Coup im Zweifelsfall liebend gerne zahlen. Auf Vorbildfunktion und Political Correctness pfeift die AfD ohnehin. Aigners Aufforderung zum Maskenball könnte sich als Rohrkrepierer erweisen.

Der Streit um die Maskenpflicht

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