14.10.2020 - 18:17 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zur Pandemie: Zu viele Illusionen über Corona

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Mehr und mehr Kreise und Städte brechen den Warnwert in der Corona-Pandemie. Die Politik trifft sich zu Krisentreffen. Es fehlt eine hinreichende Strategie, kommentiert Alexander Pausch.

Ein Mann steht mit Maske auf der Einkaufsstraße Zeil in Frankfurt. Masken sind ein Instrument, die Pandemie einzudämmen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Der neuerliche Anstieg der Infektionszahlen hierzulande könnte dazu beitragen, einige Illusionen über die Corona-Pandemie zu vertreiben - bei den Menschen und vor allem bei der Politik. Epidemiologen haben seit Monaten darauf hingewiesen, dass eine zweite Corona-Welle deutlich härter treffen könnte als die erste.

Die Dynamik der Infektionen ist ein Vorbote. Hektische Krisentreffen, wie am Mittwoch im Kanzleramt, zeigen: Die Politik hat sich noch keine hinreichende Strategie überlegt. Nun droht sie hinterherzulaufen. Auch in Bayern. Pandemiebekämpfung ist Kontaktverfolgung, sagen Experten. Warum der Freistaat jetzt nochmals die Zahl der Kontaktverfolger an den Gesundheitsämtern aufstocken muss, bleibt sein Geheimnis. Das hätte viel früher und damit nachhaltiger erfolgen müssen. Dann wären die Kräfte jetzt angelernt. Ältere werden sich erinnern: Früher gab es Reihenuntersuchungen wegen Tuberkulose, gegen Polio wurde im Gesundheitsamt geimpft. Heute lernt Deutschland, dass die Gesundheitsämter schon lange vor Corona unterbesetzt waren.

Alle Hoffnung richtet sich auf eine Corona-Impfung. Doch bis diese ihre Wirkung entfalten kann, werden Monate vergehen. Jeder kann sich ausrechnen wie lange es dauert 60 Millionen Menschen zu impfen, sofern hierzulande überhaupt so viele dazu bereit sind. So viele sollen es aber mindestens sein, um die Corona-Pandemie zu stoppen, sagen Experten. Daher braucht Deutschland eine Strategie für einen sinnvollen Einsatz der Einzelmaßnahmen - Masken, Abstand, Lüften, bauliche Änderungen, Beschränkungen und so weiter.

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