Wieder hinkt die deutsche Politik der aktuellen Entwicklung hinterher, und das ohne Grund. In der kommenden Woche erst soll aus Berlin der Fingerzeig erfolgen, ob und wie genau Geimpfte und Genesene ihre Grundrechte zurückerhalten sollen. Seit im vergangenen Jahr klar wurde, dass es rasch Impfstoffe geben wird, hätte diese Frage juristisch und ethisch geklärt werden können. Nichts ist geschehen.
Und so überholt die Realität die politischen Entscheidungsträger, denn zwischen Geimpften und Ungeimpften entsteht schon jetzt ein Spalt. Mancher, der seinen Piks schon erhalten hat, überlegt es sich zweimal, ob er das herausposaunt - aus Sorge vor Neidern oder Impfgegnern. In den sozialen Netzwerken wird aus Neid oder Kritik dann schnell Hass. Ein Symptom unserer aggressiven, aufgeheizten Zeit.
Das macht wenig Hoffnung darauf, dass der Weg zur Corona-Zielgeraden ohne soziale Spannungen zu schaffen ist. Denn bis die Pandemie offiziell für überstanden erklärt worden ist, werden noch viele Monate vergehen. In der Zwischenzeit werden Geimpfte ihre Rechte zurückbekommen. Unfair ist das allerdings höchstens den Impfwilligen gegenüber, die bislang noch keinen Termin bekommen haben.













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