06.09.2021 - 18:59 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Unionswahlkampf: Socken von vorgestern

Wer hat Angst vor dem Roten Mann? Niemand! Höchstens CDU und CSU, wenn man das Gerede vom "Linksruck" so hört. Ein Kommentar von Frank Stüdemann.

Nicht der "Rote Mann", aber die Linke-Spitzenkandidatin im Bundestagswahlkampf, Janine Wissler.
von Frank Stüdemann Kontakt Profil
Kommentar

Wer im Wahlkampf inhaltlich nicht punkten kann und auch sonst wenig Ideen hat, holt aus der Trickkiste gern die Angst als Instrument hervor. Ein billiger Kniff, der aber manchmal funktioniert. Wenn Kanzlerkandidat Armin Laschet und seine Unionsmitstreiter jetzt aber die Furcht vor einem "Linksruck" heraufbeschwören, dann haben sie wohl eher in die Mottenkiste gegriffen: Schon 1994 warnte die CDU im Bundestagswahlkampf vor den "roten Socken", also einer Koalition von SPD und der PDS - der Vorgängerin der heutigen Linkspartei. 1998 waren es dann die "roten Hände" - und am Ende hieß der Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der mit den Grünen regierte.

Jetzt also schnurrt sich die Linke mit einem gemäßigten "Sofortprogramm" an SPD und Grüne heran. Zum Fürchten ist diese Partei ohnehin schon lange nicht mehr. Das mag auch der Grund dafür sein, dass SPD-Kandidat Olaf Scholz Koalitionsverhandlungen mit den Dunkelroten nicht explizit ausschließen will. Und so wird Laschet in den finalen Wochen vor der Wahl die "roten Socken" bei jeder Gelegenheit auspacken und damit herumwedeln. Wenn er Pech hat, wird dann aber auch den letzten unentschlossenen Wählern auffallen, wie stinkig und alt diese Dinger sind.

Linkspartei umwirbt SPD und Grüne

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