07.12.2020 - 00:30 Uhr
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Das Resl-Haus in Konnersreuth: Ein Haus mit (Leidens-)Geschichte

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Tausende Gläubige sind bereits zum Resl-Haus nach Konnersreuth gepilgert – zu Lebzeiten der berühmten Stigmatisierten und seit ihrem Tod im Jahr 1962. Um das Gebäude zu erhalten, wird in den nächsten Jahren umfassend saniert.

Der zentrale Ort im Reslhaus ist das Leidens- und Sterbezimmer. Am Hausaltar von Therese Neumann feierten schon Bischöfe und Kardinäle Gottesdienste.
von Josef RosnerProfil

Es ist wohl eines der bekanntesten Häuser im Stiftland, das Resl-Haus in Konnersreuth, Geburts- und Sterbehaus der stigmatisierten Therese Neumann. Idyllisch liegt es am zentralen Platz des Ortes, der inzwischen auch den Namen der berühmten Konnersreutherin trägt. Die Tür zu dem historischen Anwesen öffnet Pater Benedikt Leitmayr, Pfarrseelsorger in der Pfarrei St. Laurentius.

Therese Neumann, genannt "die Resl", lebte hier von 1898 bis zu ihrem Tod 1962. Normalerweise steht das Resl-Haus das ganze Jahr für Besucher aus aller Welt offen, derzeit ist es aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Das wird auch eine Weile so bleiben, denn es steht eine Generalsanierung an, um das Haus für die Nachwelt zu erhalten.

Brand im Jahr 1868

Im Jahr 1927 wurde das Gebäude zum ersten Mal umgebaut. Das Haus erhielt an der West- und Ostseite je einen Giebel. Zuvor - bis zu einem Brand im Jahr 1868 - stand an der gleichen Stelle ein größeres Haus. Für den Neubau, so berichtet die Chronik, musste damals Geld aufgenommen werden. Auch deshalb erfolgte der Neubau in kleinerem Umfang, nämlich einstöckig und spitzgiebelig.

Während der Umbauarbeiten im Herbst 1927 war die Resl im Pfarrhof untergebracht. An Weihnachten 1927 zog sie wieder ins "Schneiderixn-Haus", so lautete der Hausname des Gebäudes. Vermutlich, so die Chronik, hat sich die Resl nach erfolgtem Umbau zwischen beiden Giebelfenstern einen kleinen Hausaltar gestaltet. An diesem Hausaltar zelebrierte am 25. August 1928 der damalige Münchener Kardinal Michael von Faulhaber, anlässlich seines mehrtägigen Besuchs in Konnersreuth, einen Gottesdienst.

Auch in den Folgejahren fanden hier immer wieder Gottesdienste statt, zumeist blieb dieses Privileg Bischöfen vorbehalten. 1934 wurde im Garten die Lourdesgrotte erstellt. Zwei Jahre später erfolgte der Erker-Anbau. Auch das Zimmer der Resl wurde baulich verändert. Seitdem ist der Erker-Anbau schwellenfrei zu erreichen. 1945 erfolgte nach einem Beschuss die Wiederinstandsetzung des westlichen Hausgiebels. Dabei wurden im Obergeschoss noch zwei Fenster und im Dachgeschoss noch ein Fenster eingebaut.

Wohnung für den Pfarrer

1956 erfolgte ein größerer Umbau des Stadels und des Stalles zur neuen Wohnung von Pfarrer Joseph Naber. Dessen 150. Geburtstag wurde in diesem Jahr am 4. Dezember gefeiert. Seit 2018 plant die Kirchenverwaltung, gemeinsam mit der Marktgemeinde und Unterstützung der Regierung der Oberpfalz, die Renovierung und Instandsetzung des Reslhauses. Ziel ist es, diesen authentischen Lebensort der Resl für die Zukunft zu erhalten.

Therese Neumann, deren Seligsprechungsprozess seit Februar 2005 läuft, ist in diesem Haus geboren, aufgewachsen und gestorben. In ihrem sogenannten Leidenszimmer erfuhr sie Christusbegegnungen.

Unzählige Menschen erlebten sie an den Karfreitagen mit und wurden dadurch im Glauben gestärkt. Das Leidens- und Sterbezimmer der Resl soll so erhalten bleiben, wie es zu ihren Lebzeiten war.

Tür 6: Die Porta Praetoria in Regensburg

Regensburg
Hintergrund:

Therese Neumann

  • Therese Neumann (1898 bis 1962), bekannt als Resl von Konnersreuth, war eine Bauernmagd, die Berühmtheit durch ihre angeblichen Stigmata erlangte. Zudem soll sie seit 1926 außer der Hostie nichts zu sich genommen haben.
  • An Karfreitagen waren die Stigmata, zudem blutete sie aus den Augen, besonders deutlich. Ihr Zustand löste Wallfahrten aus.
  • Resl soll regelmäßig Visionen von biblischen Szenen aus dem Neuen Testament gehabt haben.
  • Ihr Grab auf dem Friedhof in Konnersreuth ist das Ziel von Pilgern aus aller Welt. (dt)

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