Das wichtigste vorweg: Es geht aufwärts. Die neue OECD-Studie zur Bildung in Deutschland sieht deutliche Fortschritte und lässt auf eine weiterhin positive Entwicklung hoffen. In der Ausweitung der frühkindlichen Bildung, bei den Berufschancen für gut ausgebildete Jugendliche, bei höheren Abschlüssen.
So erfreulich das auch ist: Ein altes Problem, das bereits seit dem PISA-Schock die Bilanz belastet, verhindert, dass wir von einem umfassenden Aufwärtstrend sprechen können. Nämlich die unvermindert starke Koppelung der Bildungchancen an die soziale Herkunft.
Auch heute bleibt noch jeder Siebte ohne Abitur oder Berufsabschluss, die Hälfte davon in der Folge auch ohne Job. Bei den 15- bis 29-Jährigen, die im Ausland zur Welt kamen und spät ins Bildungssystem einstiegen, ist gar jeder Vierte weder in (Aus-)Bildung noch in Beschäftigung. Hier ist die soziale Schere am weitesten geöffnet. Doch eine große Zahl an "Bildungsverlierern" kann sich eine Gesellschaft mit Fachkräftemangel nicht leisten. In Zukunftstechnologien droht Deutschland, den Anschluss zu verlieren.
Die aktuellen Ansätze sind daher richtig, müssen aber intensiviert werden: Es benötigt umfangreiche Investitionen in Tausende neue Lehrer, gezielte Initiativen an Brennpunkten und viele offene Türen im System, um Aufstiegschancen durch Bildung zu eröffnen. Dann findet jeder seinen optimalen Weg.
Und wenn das allgemeine Bildungsniveau angehoben wird und "Abgehängte" angekoppelt werden, sehen nicht nur die OECD-Werte noch besser aus. Dann hat das "Land der Dichter und Denker" auch einige gesellschaftliche Probleme weniger.













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