München
22.02.2019 - 15:10 Uhr

Landeskriminalamt warnt vor Trojaner in falschen Vorladungen

Gefälschte E-Mails beschäftigen derzeit die Beamten in Bayern. Die Empfänger werden vermeintlich bei der Polizei vorgeladen. Doch durch das Öffnen des Anhangs entpacken sie einen Trojaner.

Symbolbild. Bild: Oliver Berg/dpa
Symbolbild.

In den vergangenen Tagen wurden in Bayern eine Vielzahl von gefälschten E-Mails verschickt, die eine Vorladung durch die Bayerische Polizei vortäuschen sollen. Laut den E-Mails sei der Empfänger einer Straftat verdächtig und soll sich auf einer dort genannten Polizeidienststelle zu einer Vernehmung einfinden.

Sowohl die Anschrift der Dienststelle, als auch ein Termin werden explizit in dem Anschreiben genannt. Auch sonst ist die falsche Vorladung einer nachempfunden. Beispielsweise wird um die Mitführung eines Ausweisdokuments gebeten und es wird ein Alternativtermin angeboten. Außerdem wird der Empfänger darauf hingewiesen, er könne weitere Unterlagen zu „der Ermittlungssache“ dem Anhang der Nachricht entnehmen.

Tatsächlich handelt es sich bei dem Anhang jedoch nicht um eine Akte, sondern um einen Trojaner, der sich durch das Öffnen der Datei auf dem Computer des Email-Empfängers installiert. Welchem Zweck die Schadsoftware dient, ist derzeit noch nicht bekannt und muss durch Experten des Bayerischen Landeskriminalamts erst in einer Testumgebung analysiert werden.

So sieht eine der gefälschten Vorladungen aus, die derzeit im Umlauf sind. Bild: Bayerisches Landeskriminalamt
So sieht eine der gefälschten Vorladungen aus, die derzeit im Umlauf sind.

Die gefälschten Vorladungen sind auch an der Formulierung „Dies ist eine Vorladung der deutschen nationalen Polizeiabteilung“ oder am Fehlen von Umlauten im Text zu erkennen, teilt die Polizei mit. Wer eine solche Email erhält, sollte auf keinen Fall den Dateianhang öffnen. Das Bayerische Landeskriminalamt empfiehlt, die Email im Original aufzubewahren und bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle Anzeige zu erstatten. Im Zweifelsfall kann mit einem Anruf auf der jeweiligen Polizeiinspektion zweifelsfrei geklärt werden, ob es sich um eine echte oder um eine gefälschte Vorladung handelt. Grundsätzlich werden Vorladungen seitens der Bayerischen Polizei mit Briefpost verschickt oder persönlich überbracht.

 
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