München
19.02.2021 - 08:12 Uhr

Landräte und OBs im Gespräch mit Merkel und Söder

Die Kanzlerin bespricht sich mit bayerischen Kommunalpolitikern. Es geht um Impfstoff-Nachschub und Lockdown-Lockerungen. Die Landräte und Oberbürgermeister haben klare Forderungen. Auch Lockerungen im Amateursport scheinen bald möglich.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, in einer Pressekonferenz. Archivbild: Markus Schreiber/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, in einer Pressekonferenz.

Bayerns Landräte und Oberbürgermeister treffen sich in der Coronakrise zu einem virtuellen Austausch mit Kanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) sowie Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Kommunalpolitiker erhoffen sich in der Videoschalte an diesem Freitag Aussagen zur weiteren Impf- und Öffnungsstrategie, wie der Präsident des Bayerischen Landkreistages, Christian Bernreiter (CSU), sagte. In vielen Städten und Landkreisen seien die Inzidenzwerte inzwischen deutlich gesunken. „Es wird ein munterer Austausch werden“, so Bernreiter.

Bereits am Donnerstag forderten zahlreiche Landräte und OBs aus Kommunen mit konstant niedrigen Corona-Infektionszahlen raschere Lockdown-Lockerungen, insbesondere für den Einzelhandel. Außerdem gehe es um die Finanzhilfen, so Bernreiter. „Weil sich Unternehmen an uns wenden und sagen: Es kommt kein Geld.“

Keine Lockerungen im Grenzgebiet

In der bayerisch-tschechischen Grenzregion mit besonders hohen Infektionszahlen sind Lockerungen noch kein Thema. Hier stehen Coronatests und das Impfen im Vordergrund. Bernreiter, Landrat des ebenfalls von Coronainfektionen stark betroffenen niederbayerischen Landkreises Deggendorf, mahnt hier auch zur Vorsicht. „Einen dritten Lockdown können wir uns nicht leisten.“ Insbesondere Merkels Einschätzung zu den Virusmutationen und die Perspektive beim Impfstoff sei für die Kommunalpolitiker interessant.

Städte und Kreise rüsteten zurzeit ihre Impfzentren für den erwarteten weiteren Impfstoff auf, sagte Bernreiter. „Da wollen wir hören, wie der Nachschub rollt.“ Zudem wollten die Kommunen in die bundesweite Teststrategie eingebunden werden.

Hofs Landrat Oliver Bär (CSU) betonte: „Wesentlich ist die Versorgung mit Impfstoff.“ Wenn in Regionen Überschuss an Impfstoffen bestehe, die nicht benötigt würden, seien diese anderen Regionen zur Verfügung zu stellen. Hofs Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) fordert mehr Unterstützung: „Wir brauchen weitere mobile Testangebote, um Arbeit, Bildung und Betreuung einen sicheren Rahmen zu geben. Der Einsatz der Bundeswehr in unserer Region soll verstetigt und verstärkt werden.“

OnetzPlus
Weiden in der Oberpfalz18.02.2021

Stufenplan für Bayern

Söder hatte am Mittwoch zwar einen groben Stufenplan für Öffnungen in Bayern skizziert: zunächst Gärtnereien und eine Lockerung der Kontaktregeln, dann der Einzelhandel, danach Sport und Kultur. Termine hierfür nannte er nicht; auch keine neuen Inzidenz-Schwellen unterhalb des Wertes 35. Vor allem Gastronomie und Tourismus müssen sich demnach aber noch gedulden. Offen ist auch, wann Schüler ab Klasse fünf wieder zurück in ihre Schulen dürfen.

Doch gerade im Bereich des Sports gibt es nun deutliche Anzeichen für baldige Lockerungen. Denn angesichts der in weiten Teilen Bayerns sinkenden Corona-Infektionszahlen erwartet Bayerns Innen- und Sportminister Joachim Herrmann zeitnahe Lockerungen im Bereich Amateursport. "Insbesondere Sport an der frischen Luft hat gute Chancen, bald wieder möglich zu sein, aber auch für die Sportausübung in Fitnessstudios und Vereinshallen erarbeiten wir Lösungen", sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München. Am Mittwoch hatte auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits über Lockerungen für Individualsportarten wie Tennis oder Golf gesprochen.

Lockerung wichtig für "Sportland Bayern"

"Wir arbeiten derzeit intensiv an einem Lockerungsplan für den Amateur- und Breitensport in Bayern, damit dieser unter entsprechenden Hygieneauflagen – so schnell es geht – wieder möglich wird", betonte Herrmann. Der Amateur- und Breitensport sei wichtig für die Gesundheit der Bürger, gerade auch für Kinder, Jugendliche und ebenso für ältere Menschen. "Wir setzen daher alles daran, dass wir dem 'Sportland Bayern' auch in Corona-Zeiten bald wieder gerecht werden können."

Herrmann verwies auf die jüngsten einstimmigen Beschlüsse der Sportministerkonferenz in der vergangenen Woche. Demnach soll eine länderoffene Arbeitsgruppe zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund einen Stufenplan für bundesweit einheitliche Öffnungsschritte entwickeln. "Dem organisierten Sport sind bundesweit gleiche Öffnungsszenarien mit einer einheitlich verwendeten Sportbegrifflichkeit ein großes Anliegen", sagte er. Konkrete Termine für Lockerungen nannte er aber keine.

OnetzPlus
Raigering bei Amberg19.02.2021
Deutschland und die Welt14.04.2021

© dpa-infocom, dpa:210219-99-505173/2

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.