Robert-Koch-Institut: Mutations-Hotspot Nordostbayern

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Britisch, brasilianisch, südafrikanisch: Die Mutationen des Coronavirus sind in Bayern auf dem Vormarsch. Ein Bericht des Robert-Koch-Instituts fördert nun einen möglichen Hotspot zutage.

Die ansteckendere Coronavirus-Variante aus Großbritannien hat nach Angaben der bayerischen Landesregierung in einigen ostbayerischen Regionen bei Pendlern aus Tschechien bereits die Oberhand gewonnen.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Die britische Mutation des Coronavirus B.1.1.7 gilt als deutlich ansteckender, als die hierzulande bislang kursierende Version. Nun liefert ein Bericht des Robert-Koch-Instituts vom 17. Februar erste Hinweise darauf, wo der Hotspot der britischen Variante zu liegen scheint: Im Nordosten Bayerns rund um die Kreise Tirschenreuth, Wunsiedel und Hof.

Eine Karte zeigt deutlich, dass die meisten der in der Stichprobe entdeckten britischen Mutationen auf diese Landkreise und damit zum Teil auch auf die nördliche Oberpfalz entfallen. Die Ergebnisse der Erhebung könnten ein Indiz dafür sein, warum die Inzidenzzahlen in den Landkreisen so hoch sind: Gut möglich, dass die ansteckendere, britische Variante dort bereits stark kursiert. Für den Kreis Tirschenreuth meldet das RKI am Donnerstag eine Inzidenz von 317 – bundesweit erneut Platz eins.

Britische Mutation breitet sich aus

Allerdings weist das RKI bei seinem Bericht zur Ausbreitung der Mutationen daraufhin, dass die Erhebung noch einigen Verzerrungen unterliegt, da unter anderem nur eine Teilmenge aller positiven Tests untersucht wurde. Trotzdem ist der Trend eindeutig: Waren in einer ersten repräsentativen Stichprobe des RKI rund 5 Prozent der untersuchten positiven Coronatests mit der britischen Variante entdeckt worden, steigt dieser Anteil bei der zweiten Untersuchung in Kalenderwoche sechs auf 22 Prozent an. Das RKI nutzt bei seiner Erhebung der sogenannten "Variants of Concern" (VOC), also "besorgniserregender Varianten", vier verschiedene Datenquellen. Neben der Analyse von Stichproben und der RKI-Testzahlerfassung melden auch die Bundesländer Fälle an das RKI. Mit Stand Montag (15. Februar) wurden seit 1. Januar insgesamt 4071 Nachweise (Verdachtsfälle und bestätigte Fälle) der britischen Variante übermittelt. 813 Fälle mit Verdacht auf Vorliegen der britischen Mutation kamen dabei aus Bayern. Nur in 15 Fällen lag ein Nachweis von B.1.1.7 durch Gesamtgenomsequenzierung vor. Außerdem wurden 93 Fälle mit Verdacht auf die südafrikanische Mutation (B.1.351) aus dem Freistaat gemeldet.

Zahl der Neuinfektionen in Bayern steigt wieder

Erste Effekte der Ausbreitung der Mutationen könnten in der Oberpfalz bereits sichtbar werden: Der Wert der Neuinfektionen mit dem Coronavirus liegt bereits den dritten Tag in Folge über dem Wert der Vorwoche. 1721 neue Fälle meldet das RKI am Donnerstag für Bayern. Das ist deutlich mehr als noch in der Vorwoche, die wegen der sinkenden Zahlen Grund zur Hoffnung gab. Die positive Entwicklung machte nun scheinbar am Dienstag kehrt: Nach deutlich sinkenden Zahlen der Neuinfektionen (11. Februar: 856, 12.: 766, 13.: 522, 14.: 418), steigt die Zahl seit Dienstag wieder über die Werte der Vorwoche. War auch die 7-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche kontinuierlich jeden Tag um einige Punkte gefallen, stagniert sie in diesen Tagen weitgehend (15. Februar: 57,06, 16.: 57,88, 17.: 54,53, 18.: 55,29). Den nächsten Bericht des RKI zu den "Variants of Concern" soll es bereits für Kalenderwoche acht (22. Februar bis 28. Februar) geben.

In rund 22 Prozent der untersuchten Coronatests konnten Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts die britische Coronamutation entdecken. Viele davon entfallen auf die nördliche Oberpfalz, wie die Karte zeigt.

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