München
20.01.2021 - 18:40 Uhr

Das Leben kehrt langsam zurück in die Klassenzimmer

Früher als gedacht kehren am 1. Februar die ersten Schüler in die bayerischen Schulen zurück. Ansonsten aber gilt der Lockdown trotz sinkender Inzidenzwerte auch im Freistaat bis Mitte Februar weiter.

Michael Piazolo (l-r, Freie Wähler), Staatsminister für Unterricht und Kultus, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Klaus Holetschek (CSU), bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege. Bild: Peter Kneffel/dpa
Michael Piazolo (l-r, Freie Wähler), Staatsminister für Unterricht und Kultus, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Klaus Holetschek (CSU), bayerischer Staatsminister für Gesundheit und Pflege.

Abiturienten und Berufsschüler in den Abschlussklassen können voraussichtlich ab dem 1. Februar zurück an ihre Schulen. Sie werden dann im täglichen Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht beschult, sollte es das Infektionsgeschehen zulassen. Betroffen sind von der Regelung die Gymnasien, die Fach- und Berufsoberschulen sowie berufliche Schulen, an denen die Abschluss- und Kammerprüfungen noch vor Ostern angesetzt sind. Ansonsten bleibt es bei der Verschiebung des Starts der Abiturprüfungen auf Mitte Mai. Das beschloss der Ministerrat auf seiner Sitzung am Dienstag. Alle anderen Schüler verbleiben bis vorerst 12. Februar im Distanzunterricht.

Nach Angaben von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) werden die Kurse und Klassen der Abschlussjahrgänge für den Präsenzunterricht geteilt, so dass im Klassenzimmer der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Außerdem besteht auf dem gesamten Schulgelände sowie während des Unterrichts Maskenpflicht. Nach Auskunft des Kultusministeriums müssen die ab 1. Februar zurückkehrenden Schüler nach aktuellem Stand keine FFP2-Maske, sondern nur eine einfach Mund-Nasenbedeckung tragen. In welchen weiteren Schritten die Schulen ab Mitte Februar geöffnet werden können, vermochte Piazolo noch nicht sagen. Er hoffe aber auf einen "großen Aufschlag".

Die Streichung der ursprünglich für die Woche vom 15. bis 19. Februar geplanten Faschingsferien bleibt bestehen. Es wäre nicht sinnvoll, vom Distanzunterricht direkt in die Ferien zu gehen, erklärte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Piazolo versprach allen Schülern für das laufende Schuljahr "faire Bedingungen und flexible Lösungen". Es werde sich um kein verlorenes Schuljahr handeln und auch keine "Abschlüsse light" geben. Die bereits im vergangenen Jahr gültige "großzügige Regelung" zum Vorrücken auf Probe werde auch heuer angewandt. Ein freiwilliges Wiederholen werde nicht auf die Gesamtschulzeit angerechnet.

Auf der Grundlage der Bund-Länder-Beschlüsse vom Dienstag verlängert auch Bayern den aktuellen Lockdown bis zum 14. Februar. Dies gelte auch die 15-Kilometer-Regel in Hotspots sowie die landesweite nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr, betonte Söder. Auch wenn der bayernweite Inzidenzwert erfreulicherweise auf 131 gesunken sei, wolle man "die Therapie zu Ende führen". Die Ausgangssperre aufzuheben, wäre vor diesem Hintergrund ein "völlig falsches Signal". Aussagen über mögliche Öffnungsschritte ab dem 15. Februar machte Söder nicht.

Insgesamt äußerte sich Söder zur aktuellen Corona-Lage in Bayern vorsichtig optimistisch. "Die Tendenz ist eindeutig: Die Zahlen gehen runter, es wird besser", sagte er. Die Infektionszahlen seien nur noch halb so hoch wie an Weihnachten. Allerdings gebe es vor allem wegen der noch unklaren Gefahren durch Virus-Mutationen keinen Anlass zur Entwarnung. Es gebe aber auch keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. "Es ist noch nicht vorbei, aber es wird auch nicht ewig dauern", erklärte Söder. Hoffnung bereite ihm die fortschreitende Durchimpfung der Alten- und Pflegeheime. Dies werde sich entlastend auf die Krankenhäuser sowie die Zahl der Todesfälle auswirken.

Als Reaktion auf die höchstrichterliche Aufhebung des landesweiten Alkoholverbots in der Öffentlichkeit passt die Staatsregierung die Corona-Schutzverordnung an. Künftig sollen wieder die Kommunen entscheiden, welche Bereiche sie für öffentlichen Alkoholkonsum sperren. Für Gottesdienste beschloss der Ministerrat eine allgemeine FFP2-Maskenpflicht, ebenso für das Personal in Alten- und Pflegeheimen. Dieses soll laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) künftig drei- statt nur zweimal wöchentlich auf Corona getestet werden.

Zur weiteren Pandemiebekämpfung mit Blick auf mutierte Viren schloss Söder neuerliche Grenzkontrollen zu Tschechien und Österreich nicht aus. Sollte sich der Europäische Rat am Donnerstag nicht auf einheitliche europäische Standards zur Eindämmung von Infektionen einigen, "sind Grenzkontrollen zwingend notwendig", betonte Söder. Kontrolliert werden müssten dabei die geltenden Regelungen zur Testpflicht für Berufspendler und Reiserückkehrer sowie die Einhaltung der Quarantäneverordnung.

 
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