09.09.2019 - 20:51 Uhr
Deutschland & Welt

Lehrerbedarf: Nur die Bayern zählen Babys richtig

Ei, wie peinlich. Die Kultusministerkonferenz in Berlin hat sich verzählt. Statt 3 Millionen Grundschüler werden es 2025 mindestens 3,2 Millionen sein. Damit fehlen nicht 15 000, sondern 26 300 Grundschullehrer.

«Lehrermangel» wegen Rechenfehler: Die Kultusministerkonferenz hat falsche Daten zur Grundlage genommen.
von Christine Ascherl Kontakt Profil
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Das hat die Bertelsmann-Stiftung aufgedeckt. Kleinlaut räumte ein KMK-Sprecher am Montag ein, man habe überholte Modellrechnungen benutzt. Die Bertelsmann-Stiftung verwandte dagegen 2019er Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Die Kinder, die 2025 mit der Schule beginnen, sind schon auf der Welt. Sie liegen in den Wiegen. Zumindest in Bayern haben sie gute Karten, dass vor ihrer ersten Klasse auch ein Lehrer stehen wird. Das bayerische Kultusministerium war bundesweit das einzige, das sich für die Lehrerbedarfsberechnung jedes Jahr aktuelle Statistiken besorgt. Der bundesweite Lehrermangel wird weniger drastisch ausfallen als in anderen Bundesländern.

Kultusminister Michael Piazolo spricht von 1100 zusätzlichen Stellen, die geschaffen wurden. In Broschüren wirbt das bayerische Kultusministerium bei Abiturienten mit hervorragenden Einstellungschancen, wenn sie jetzt ein Lehramtsstudium für Grund- und Mittelschule aufnehmen. Arbeitslose Gymnasiallehrer können "umschulen" (mit niedrigerer Besoldung). Und für Quereinsteiger mit Studium ist ein Bewerberportal eingerichtet worden. Das funktioniert zwar gerade nicht. Peinlich? Nur ein bisschen.

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