22.12.2019 - 00:01 Uhr
LeuchtenbergDeutschland & Welt

Die Herrin der Kostüme

Eva Schwab aus Moosbach hat als Kostümbildnerin des Landestheaters Oberpfalz (LTO) eine Lebensaufgabe gefunden.

Eva Schwab ist beim Landestheater Oberpfalz für die Kostüme zuständig.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Im Kino läuft Disneys „Eiskönigin“ und sorgt für Besucherrekorde. Passend dazu brachte das LTO zu Beginn des Advents „Die Schneekönigin“ nach dem Märchen von Hans Christian Andersen auf die Bühne. Nun folgt das Stück „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Wir blicken hinter die Kulissen des Kostümfundus.

Eva Schwab streicht den königsblauen Samt glatt. Die Kostümbildnerin des LTO wird das Kleid der "Schneekönigin" mit in ihr Atelier in Moosbach nehmen. Dort näht und ändert die Schneidermeisterin und Modedesignerin einen Teil der Kostüme, die in Leuchtenberg gelagert werden.

Der Fundus ist in der früheren Jugendherberge am Ortsrand untergebracht und scheint inzwischen aus allen Nähten zu platzen: Kleider, Schmuck, Hüte, Tiermasken, ganze Kisten mit Kopfbändern oder Hosenträgern, überall gibt es etwas zu entdecken. Eva Schwab fühlt sich hier in ihrem Element. "Der Fundus regt auch die Fantasie an", sagt sie. "Es ist ein sehr schönes und spannungsvolles Arbeiten."

Theater ist Teamarbeit: Auch der Regisseur entscheidet über die Kostüme mit. "Es kommt immer darauf an, wie er das Stück inszenieren möchte." Bei der "Biene Maja" beispielsweise habe man sich sehr an der bekannten Trickfilmserie orientiert. "Märchen möchte ich aber lieber ursprünglich ausstatten."

Das fällt nicht weiter schwer. In den einzelnen Räumen sind jeweils ganze Epochen zusammengefasst. Von der Decke hängen da, dicht an dicht, zum Beispiel farbenfrohe und üppig verzierte Barock-Kostüme. Ein Zimmer weiter geht es sehr viel gedeckter und schlichter zu, denn hier sind die Mittelalter-Kostüme zu finden. "Da bin ich ganz empfindlich", gesteht Eva Schwab, "die Stoffe sollen möglichst gut die Epoche nahebringen. Für den Fasching sind unsere Kostüme nichts, dafür sind sie viel zu authentisch." Zum Teil färbe sie die Textilien sogar selbst.

Der Großteil der Kleider stammt aus einem ehemaligen Kostümhaus in München. Viele zeitgenössische Kleidungsstücke allerdings sind Geschenke von Privatleuten, etwa aus Haushaltsauflösungen. Sie dürfen ihre Gebrauchsspuren behalten: "Das verleiht ihnen ja gerade erst die richtige Patina." Jahr für Jahr kommen etwa 50 neue Einzelstücke hinzu.

Seit 27 Jahren arbeitet Eva Schwab bereits fürs Landestheater Oberpfalz, das aus der "Stadtbühne Vohenstrauß" hervorging. "Dadurch, dass wir jetzt einen Ganzjahresbetrieb haben, ist es schon viel Arbeit geworden", sagt Schwab. Auch Fremdbühnen würden inzwischen mitbetreut. Die Kostümbildnerin aber beklagt sich nicht über Stress, ganz im Gegenteil: "Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen."

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