10.09.2019 - 19:01 Uhr
Deutschland & Welt

Wenn das liebste Kind der Deutschen übergewichtig wird

Jedes dritte neu zugelassene Auto in Deutschland ist bereits ein SUV. Tendenz weiter steigend. Das muss Konsequenzen haben, meint Frank Werner.

SUVs brauchen jede Menge Platz beim Parken.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Sie sind wieder die Popstars der IAA in Frankfurt: dicke SUVs. Je größer, je besser, der Preis gerne im sechsstelligen Bereich. Für die kränkelnde Automobilbranche in Deutschland sind die XXL-Fahrzeuge der Quell der Gesundung, das am stärksten wachsende Segment. Die Nachfrage regelt das Geschäft. Und bei Autos geht es selten um Vernunft, viel mehr ums Prestige, um das Bauchgefühl am Steuer.

Der Unfall mit vier Toten in Berlin hat die Debatte über Sinn und Unsinn von SUVs neu angeheizt. Jenseits der ökologischen Debatte und der Neiddiskussion geht es um die generelle Notwendigkeit von motorisierten Flagschiffen vor allem in den Innenstädten. Denn die dicken Brummer brauchen schließlich deutlich mehr Platz als die Golfs, Corsas und was sonst an "normalen" Autos durch die Citys kurvt. Viele Parkplätze sind zu schmal für die SUVs, absurde Abstellvarianten werden zum Alltag

Der Ruf nach Verboten für die großen Kisten in Städten mag zu weit gehen. Aber wer mehr Platz braucht und mehr Ressourcen verschwendet, der darf auch deutlich stärker zur Kasse gebeten werden. Ein erzieherischer Faktor via höherer Steuern wird die Leidenschaft für SUVs zwar kaum bremsen, aber des Deutschen liebstes Kind sollte wenigstens nicht weiter ungeschoren immer übergewichtiger werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.