Update 08.10.2019 - 12:01 Uhr
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Nach Lkw-Zwischenfall bisher keine Hinweise auf Terror

Der Vorfall mit einem gestohlenen Laster in Limburg gibt weiter Rätsel auf. Der 32-Jährige Syrer war bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Nach Ansicht der Ermittler ist es zu früh für Aussagen zum Hintergrund der Tat.

Im hessischen Limburg ist ein Lastwagen auf mehrere vor einer roten Ampel stehende Fahrzeuge aufgefahren. Foto: Thorsten Wagner/dpa
von Agentur DPAProfil

Nach dem Zwischenfall mit einem Lastwagen im hessischen Limburg ist das Motiv des Fahrers weiter unklar. Die Bundesanwaltschaft sieht den Fall zum jetzigen Zeitpunkt nicht in ihrer Zuständigkeit. Das sagte ein Sprecher der Karlsruher Behörde am Dienstag auf Anfrage. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig.

Der Mann war am späten Montagnachmittag in der hessischen Kleinstadt mit einem gestohlenen Lastwagen auf acht Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben. Dabei wurden neben dem Fahrer acht Menschen leicht verletzt.

Wohnung durchsucht

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, handelt es sich bei dem Mann um einen 32-jährigen Syrer, der seit November 2015 in Deutschland lebt und 2016 einen subsidiären, also eingeschränkten Schutzstatus erhalten hat. Nach dpa-Informationen ist er bisher mit Drogendelikten und Gewaltkriminalität aufgefallen. Über mögliche Kontakte zu Islamisten ist den Behörden bislang nichts bekannt. In der Nacht wurde laut Polizei im hessischen Langen eine Wohnung durchsucht.

Ein Lastwagen ist im hessischen Limburg auf mehrere Fahrzeuge aufgefahren. Rund ein Dutzend Menschen seien dabei leicht und einer schwer verletzt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Der Fahrer des Lasters wurde nach dem Vorfall am Bahnhof vorläufig festgenommen.

Der Hintergrund des Zwischenfalls ist Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) zufolge noch unklar. Auf die Frage nach möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag sagte Seehofer am Vormittag am Rande eines EU-Innenministertreffens in Luxemburg: "Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist."

Ähnlich äußerten sich die Ermittlungsbehörden. Es sei noch zu früh für Wasserstandsmeldungen, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittele in dem Fall - und zwar in alle Richtungen. Weitere Informationen würden voraussichtlich im Verlauf des Tages bekanntgegeben. Mehrere Medien hatten zuvor unter Verweis auf Sicherheitsbehörden gemeldet, dass die Tat als Terrorakt eingestuft

worden sei.

Laut Behörden keine Kontakte zu Extremisten

Der Festgenommene hatte nach Erkenntnissen der Behörden keine Kontakte zu militanten Salafisten oder anderen Extremisten. Der 1987 geborene Syrer soll bisher noch keine Aussage gemacht haben. Für ein

terroristisches Motiv gebe es bislang noch keine Hinweise, es könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Ein Lastwagen ist im hessischen Limburg auf mehrere vor einer roten Ampel vor dem Landgericht stehende Fahrzeuge aufgefahren.

Die "Frankfurter Neue Presse" hatte am Abend den eigentlichen Fahrer des Lasters zitiert: "Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt." Als er vor einer roten Ampel wartete, habe der Unbekannte die Fahrertür des Lasters aufgerissen und ihn mit weit geöffneten Augen angestarrt, so der Fahrer. "Was willst Du von mir?", habe er den Mann gefragt. "Aber er hat kein Wort geredet. Ich habe ihn noch mal gefragt. Dann hat er mich aus dem Lkw gezerrt", heißt es weiter in dem Bericht.

Der Zeitung zufolge soll der Mann, der bei der Kollision am Steuer saß, von Passanten erstversorgt worden sein. Dabei soll der Fahrer laut den Passanten mehrmals "Allah" gesagt haben, wie ein Reporter berichtete.

Mitteilung

Tweet der Polizei Westhessen

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