21.09.2021 - 10:49 Uhr
Deutschland & Welt

Luisenburg-Festspiele: Mehr als 60.000 Zuschauer und trotzdem ein Defizit

Das Potenzial für über 140.000 Besucher hätte die vergangene Saison gehabt, meint Künstlerische Leiterin Birgit Simmler. Corona hat dies verhindert. Im nächsten Jahr soll es besser werden – unter anderem mit einer Uraufführung.

Das Festspieltheater im Sommer 2021
von Holger Stiegler (STG)Profil

60.038 ist eine der elementaren Zahlen der diesjährigen Luisenburg-Festspiele: So viele Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten die insgesamt 114 Vorstellungen unter Corona-Bedingungen. „Dass dabei die Fortsetzung des Brandner Kaspar und das Familienmusical Pinocchio die Renner werden, ist keine wirkliche Überraschung“, sagt Birgit Simmler, Künstlerische Leiterin der Festspiele, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Während den „Brandner“ rund 19.000 Besucher genossen, verfolgten etwa 13.000 Besucher die Geschichte von Pinocchio. „Ohne Corona hätte das Programm das Zeug für über 140.000 Zuschauer gehabt“, ist sich Simmler sicher. Das habe sich bereits im Vorverkauf für die Saison 2020 angedeutet, die schließlich um ein Jahr verschoben werden musste. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass trotz der Krise ein hochwertiger Spielbetrieb mit herausragenden Produktionen möglich ist", bilanziert Simmler.

Knapp die Hälfte der Zuschauerzahlen

Für die verkürzte Spielzeit, die statt am 26. Mai erst am 1. Juli beginnen konnte, war lange nicht entschieden, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer pro Vorstellung möglich sind. „Erst Ende Juni ließen die Richtlinien einen Spielbetrieb mit bis zu maximal 1100 belegten Plätzen im Schachbrett-Muster mit Abstandsgebot zu“, sagt die Künstlerische Leiterin. „60.000 Zuschauer statt vielleicht 140.000 – das fehlt natürlich auch in der Kasse“, räumt Simmler ein. Aufgabe in den nächsten Wochen und Monate sei es nun, die „positiven Signale“ zur Überwindung des vorhersehbaren Defizits in feste Zusagen umzuwandeln.

Die Planungen für die Saison 2022 laufen, dabei gelte es auch mit den Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie umzugehen. „Ich hoffe, dass der Vorverkauf auf jeden Fall vor Weihnachten beginnen kann“, so Simmler. Man könne jetzt schon davon ausgehen, dass die kommende Saison auf alle Fälle im Vorfeld erneut eine große Herausforderung werden wird. „Corona bestimmt weiterhin mit, das müssen wir akzeptieren“, so Simmler.

Neue Saison mit "Sister Act" und "Amadeus"

Die Stücke für das Jahr 2022 stehen bereits fest: Das Erfolgsmusical „Sister Act“ von Alan Menken, der Klassiker „Der Sturm“ von William Shakespeare, das Schauspiel „Amadeus“ von Peter Shaffer sowie als Auftragswerk und Uraufführung das Familienmusical „Trolle unter uns – Das schwerste Level kommt erst noch“ von Øystein Wiik/Gisle Kverndokk.

Jetzt freut sich Simmler aber erst einmal auf den 4. Oktober: Da findet nämlich in Hamburg die Verleihung der Deutschen Musical Theater Preise 2021 durch die Deutsche Musicalakademie statt. In der Kategorie „Bestes Revival“ wurde das Musical „Der Name der Rose“, das unter der Regie von Birgit Simmler in diesem Sommer aufgeführt wurde, zusammen mit zwei anderen Produktionen nominiert. „Der Deutsche Musical Theater Preis ist der einzige Musical-Preis im deutsch-sprachigen Raum, der von Musicalprofis an Musicalprofis verliehen wird. Und hier nominiert zu sein, ist saucool und macht einen auch stolz“, sagt Simmler.

Interview mit Hans-Jürgen Buchner

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Erste Bilanz der Festspiele

Wunsiedel
Der Brandner Kaspar war mir rund 19.000 Besuchern Publikumsmagnet in der abgelaufenen Luisenburg-Festspielsaison
Hintergrund:

"Der Name der Rose" für Preis nominiert

  • In der Kategorie Bestes Revival ist das Luisenburg-Stück "Der Name der Rose" für den Deutschen Musical Theater Preise 2021 nominiert worden.
  • Die Musicalproduktion der Luisenburg-Festspiele wurde zusammen mit zwei anderen Produktionen nominiert. Dem Stück „Baby Talk“ des Theater Bielefeld und dem Musical „Wenn Rosenblätter fallen“ des KATiELLi Theater Datteln.
  • Die Bekanntgabe und Auszeichnung der Gewinner erfolgt bei einer Gala am 4. Oktober im „Schmidts Tivoli Theater“ in Hamburg.
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