Wie man Greta Thunberg den Wind aus den Segeln nehmen kann

Greta Thunberg segelt über den Atlantik, ein riesiges Medienereignis. Die junge Umweltaktivistin wird ebenso verehrt wie verachtet. Die 16-Jährige hat bereits Unglaubliches bewirkt, kommentiert Frank Werner.

Greta Thunberg an Bord der Hochseejacht "Malizia", mit der sie in Richtung New York aufgebrochen ist.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Heilsbringerin und Hassobjekt: Greta Thunberg spaltet die Gesellschaft wie keine andere Person. Das 16-jährige Mädchen aus Stockholm ist vor allem für die rechte Szene das Sinnbild einer "Öko-Faschistin", die Ausgeburt einer "links-versifften Gesellschaft". So wird in den sozialen Medien gegiftet, ihr bei der Segel-Überfahrt in die USA eine richtig große Welle gewünscht.

Für diese armen Würstchen, die die Anonymität des Netzes so lieben, bedarf es keiner weiteren Worte. Eher schon an die Kritiker, die sich an dem Greta-Hype stoßen, an der Inszenierung und dem Ausschlachten des Medienstars aus Schweden. Aber gibt es eine Alternative zur Symbol-Politik des Teenagers Thunberg? Soll sie ihre Thesen im stillen Kämmerlein vertreten? Sie hat geschafft, was weder Politik noch Wissenschaft gelungen ist: Das Thema Klimaschutz steht weltweit auf der Tagesordnung.

Die Fridays-for-Future-Bewegung mit ihrer skandinavischen Frontfrau hält der Elterngeneration den Spiegel vors Gesicht. Das Drängen auf eine Umkehr mag naiv klingen, aber der Schritt in eine Zukunft ohne fossile Energieträger ist alternativlos. Wenn nicht die Jugend, wer sonst soll Maximalforderungen stellen?

Es ist natürlich einfacher darüber zu spotten, dass Thunberg auf einer Yacht mit Pierre Casiraghi, dem jüngsten Sohn von Prinzessin Caroline von Hannover, ihrem Vater Svante und einem Filmemacher über den Atlantik reist. Dann braucht man sich schließlich nicht mit den Inhalten beschäftigen. Dabei ließe sich Greta und den Aktivisten schnell der Wind aus den Segeln nehmen: Mit ernsthafter, nachhaltiger Klimapolitik, nicht mit Feigenblättern. Beim Treffen des Klimakabinetts in Berlin am 20. September ist Gelegenheit dazu und noch besser drei Tage später beim Gipfel der Regierungschefs in New York.

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Kommentare

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Maria Estl

Selten einen so klar und zutreffend formulierten Kommentar gelesen, herzlichen Dank dafür an Frank Werner vom Neuen Tag. Hier ist mit wenigen Worten alles gesagt. Ich hoffe, dass sich am 20.09.2019 auch in Weiden wieder etwas tut in Sachen Fridays for Future. Ich wäre dabei.

17.08.2019