München
12.11.2018 - 18:07 Uhr

Markus Söder setzt im neuen Kabinett das richtige Signal

Jünger und weiblicher ist die neue Ministerriege: Markus Söder ist damit auf einem guten Weg, kommentiert Jürgen Umlauft.

Kommentar von Jürgen Umlauft
Markus Söder (rechts) bei der Vereidigung des bayerischen Kabinetts. Bild: Matthias Balk/dpa
Markus Söder (rechts) bei der Vereidigung des bayerischen Kabinetts.

Ministerpräsident Markus Söder hat seine zweite Regierungsbildung dazu genutzt, ein Kabinett mit Perspektive zu berufen. Ohne falsche Sentimentalität hat er in der CSU-Riege des Koalitionskabinetts bewährte, aber eben nicht mehr taufrische Kräfte durch jüngeres und weiblicheres Personal ersetzt.

Bei der bislang kaum in Erscheinung getretenen Judith Gerlach als neuer Digitalisierungsministerin ist er dabei auch ins Risiko gegangen. Dass er eine 33-Jährige ohne große Berufs- und ohne jegliche Verwaltungserfahrung mit dem Aufbau eines neuen Ministeriums betraut, zeigt aber, wie übergeordnet wichtig ihm das Thema "Frauenquote" war.

Mit der Auswahl seiner Minister schart Söder eine Riege enger Vertrauter um sich. Albert Füracker, Florian Herrmann, Georg Eisenreich und Hans Reichhart waren Söders Truppführer im Kampf um die Ablösung Horst Seehofers als Ministerpräsident vor einem Jahr. Sie gehören auch zu jener Generation, die einmal übernehmen könnte, wenn Söder - wie versprochen - nach spätestens zehn Jahren den Chefsessel der Staatskanzlei räumt. Von den alten Kämpen ist jetzt nur noch Innenminister Joachim Herrmann übrig. Insofern ist Söders neue Mannschaft auch ein Blick in die Zukunft der CSU.

Mit Perspektive lässt sich der Regierungsteil der Freien Wähler nur bedingt in Verbindung bringen. Die Besetzung der ihnen zustehenden Ministerposten hat sich mit Hubert Aiwanger, Michael Piazolo und Thorsten Glauber fast aufgedrängt. Dazu gesellt sich ein erfahrener Ex-Landrat als Staatssekretär. Spannend ist einzig die neue Kultusstaatssekretärin Anna Stolz. Sie hat trotz ihrer erst 36 Jahre bereits eine beeindruckende berufliche und kommunalpolitische Vita. Sie könnte dem etwas bräsigen Männerverein der Freien Wähler Frische verleihen und neue Wähler(innen)schichten öffnen.

 
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